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Kapazitätsentwicklung für Treibhausgasinventare und MRV in Tunesien

Hintergrund und Zielsetzung

Mit einem jährlichen Ausstoß von circa 4,1 Tonnen CO2-Äquivalent pro Kopf liegen Tunesiens Treibhausgasemissionen noch unterhalb des weltweiten Durchschnitts. Im Laufe der letzten Jahrzehnte sind die von diesem Land verursachten Emissionen jedoch stetig angestiegen, hauptsächlich aufgrund eines höheren Energiebedarfs für Kühl- und Klimaanlagen, aber auch für industrielle Prozesse und das Transportwesen. Die tunesische Regierung ist sich dieser Problematik durchaus bewusst und ist zu einem aktiven Förderer von Klimaschutzmaßnahmen geworden. Tunesien verfügt bislang noch nicht über die technischen und administrativen Voraussetzungen für ein selbstständiges Treibhausgasmanagement, um an den internationalen Prozessen unter dem Dach der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) teilnehmen zu können. Staaten, die von internationalen Unterstützungen profitieren möchten, benötigen ein MRV-System für die zuverlässige Messung (Measuring/Monitoring), Berichterstattung (Reporting) und Verifizierung (Verifying) von Treibhausgasen.

Angesichts dieser Herausforderungen entwickelte die GIZ mit Unterstützung des BMU ein belastbares Treibhausgasinventar, welches für die Berichterstattung nach den Vorgaben der UNFCCC genutzt werden kann, sowie ein MRV-System für die national angepassten Minderungsmaßnahmen (NAMAs) im Energiesektor.


Umsetzung

Folgende Schritte trugen zum erfolgreichen Aufbau eines Treibhausgasinventars und eines MRV-Systems bei und unterstützen die tunesischen Klimaschutzmaßnahmen:

  • Die Beurteilung der aktuellen Datenbank- und Informationssysteme sowie die Analyse von institutionellen Abläufen und Strukturen dienten dazu, Bedarfe zu erkennen. Sie ermöglichten die Entwicklung von verbesserten Strategien gemeinsam mit den Behörden.
  • Zur Aus- und Fortbildung der Fach- und Führungskräfte in den einzelnen Institutionen wurden in Zusammenarbeit mit internationalen Experten Trainings und Workshops zu Anwendungsfragen durchgeführt. Süd-Süd-Austauschveranstaltungen förderten den Wissensaustausch mit anderen Ländern.
  • Die Prozesse zur Erstellung und Pflege von Treibhausgasinventaren und MRV-Systemen sind in Richtlinien und Leitfäden festgehalten, die den tunesischen Fachkräften als Orientierung bei ihrer Arbeit dienten.
  • Zu Testzwecken wurde ein Pilot-MRV-System entwickelt und in einer ausgewählten CO2-Minderungsmaßnahme, zum Beispiel dem gezielten Ausbau von Solaranlagen, im Energiesektor eingesetzt. Die Ergebnisse und Erfahrungen aus diesen Tests flossen anschließend in die Entwicklung des MRV-Systems ein.


Ergebnisse und Ausblick

Die Führungskräfte in den zuständigen Ministerien und Fachbehörden für Energie, Industrie, Landwirtschaft und Abfallwirtschaft wurden für die neuen Herausforderungen sensibilisiert und die institutionellen Strukturen für ein nachhaltiges Inventarsystem konnten geschaffen werden. Den Fachkräften verschiedener Behörden wurden in Fortbildungen und Informationsveranstaltungen zu den Themen Energiebilanzierung, MRV von Minderungsmaßnahmen und Treibhausgasinventarerstellung grundlegende Kompetenzen für ein nachhaltiges Treibhausgasmanagement vermittelt. Das bestehende Datenbank- und Informationssystem wurde untersucht und das Projektteam hat einen ausführlichen Aktionsplan zu dessen Verbesserung entworfen. Tunesien nimmt an einem internationalen Projekt zur Erstellung von Pilot-MRV-Systemen teil und leistet dadurch einen Beitrag zur Entwicklung einer internationalen Richtlinie im Bereich MRV von Minderungsmaßnahmen.

Kapazitätsentwicklung für Treibhausgasinventare und MRV in Tunesien

Länder: Tunesien

Rolle des BMU: BMU-Eigenfinanzierung

Laufzeit: 2012 - 2016 (beendet)

Umsetzung: Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammearbeit (GIZ) gmbH

Weitere Beteiligte: Ministère de l’Industrie, de I’Energie et des Mines Agence Nationale de la Maîtrise de I’Energie (ANME), Ministére de I’Equipement, de I’Anénagement du Territoire et du Développement Durable

Weitere Informationen: https://www.giz.de/de/weltweit/19523.html

Kontakt: Torsten Greis, torsten.greis@giz.de

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