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Carbon Expo Barcelona, 27. – 29. Mai 2009

Erfolgreiche Veranstaltungen und reger Austausch am Deutschen Pavillon

Juni 2009 - Die CarbonExpo ist das jährliche Messeereignis für den globalen Kohlenstoffmarkt. Das Produkt „Emissionszertifikat“ hat trotz der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise einen globalen Markt, der sich weiter dynamisch entwickelt. In 2008 lag das Gesamtvolumen bei 86 Mrd. €. Der Anteil von CDM, JI und freiwilligen Projekten lag bei über 26%, der Anteil des EU-Emissionshandels bei mehr als 72%. Schwieriger wurde es allerdings im letzten Jahr für neue CDM-Projekte. Hier gingen die erzielbaren Emissionsreduktionen des CDM von 552 auf 389 Mill. t CO2-Äquivalente zurück. Neben der Wirtschaftskrise und dem daraus resultierenden geringeren Bedarf an Emissionszertifikaten ist für diesen Rückgang sicherlich auch die zunehmende Verunsicherung über die Fortführung des internationalen Klimaregimes nach 2012 verantwortlich.

Im deutschen Pavillon waren in diesem Jahr neben dem Bundesumweltministerium atmosfair, DEHSt, Energieagentur NRW, FutureCamp, GTZ, KfW, Perspectives Climate Change und Pro2-Anlagentechnik präsent. Aus Sicht des Bundesumweltministeriums hat sich die Mischung aus Unternehmen, Serviceunternehmen und intermediären Organisationen sehr gut bewährt. Die Gesprächs- und Beratungsdichte am Deutschen Pavillon war ausgesprochen intensiv und soll im nächsten Jahr weiter ausgebaut werden. In der Abschlussveranstaltung am Freitagnachmittag stellte Ministerialdirigent Franzjosef Schafhausen die erfreulichen Entwicklungen der letzten Jahre im CDM heraus und verwies auf die Bedeutsamkeit der flexiblen Mechanismen auch über 2012 hinaus. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen in Kopenhagen im Dezember 2009 werde es Gewissheit über die Zukunft des Kohlenstoffmarkts geben – ein positives Signal für die CarbonExpo2010, die wieder in Köln stattfinden wird.

Highlights der deutschen Veranstaltungen

Mit der KfW hat BMU im Herbst 2008 das PoA Support Center Germany. eingerichtet. Auf einem mit über 60 internationalen Teilnehmern gut besuchten Side Event präsentierte die KfW das sog. „PoA BluePrintBook“. Diese Handreichung gibt Projektentwicklern Beispiele in Form von Blaupausen für die Entwicklung programmatischer Ansätze gibt. Für sechs typische Sektoren werden jeweils Blueprints vorgestellt: Austausch von Glühbirnen durch energieeffiziente Beleuchtung; Austausch oder Rehabilitierung von Haushaltskochern, Biogasanlagen für ländliche Haushalte, Solare Warmwasseraufbereitung, industrielle Boiler sowie energieeffiziente Gebäudesanierung. Ein Vertreter von Perspectives stellt auf dem side event als Beispiel die erfolgreiche Durchführung eines Energiesparlampenprojekts der Fa. Osram mit ca. 2 Mio. Energiesparlampen und einer Emissionsreduktion von 1 Mio. t. CO2-Äquivalenten vor.

CDM-Ländermanger sind fest etabliert

Die Ländermanager der CDM/JI-Initiative berichteten über die laufenden und geplanten Aktivitäten zur Verstärkung der deutschen Netzwerkbildung und der Unterstützung für einzelne CDM-Projekte (Projektpipeline, Portfolios und Matching-Prozesse). Die CDM/JI-Initiative ist in dieser Form in Brasilien, China, Indien sowie einigen Ländern der MENA-Region (Tunesien, Ägypten, Marokko und Algerien) präsent und deckt alleine mit diesem Projekt regional etwa 75% des globalen CDM-Marktes ab. Die im September 2008 gestartete Initiative zeigt erste, beeindruckende Erfolge: Derzeit befinden sich im globalen Portfolio bereits über 100 CDM-Projekte im so genannten „Matching-Prozess“ (Vermittlung zwischen Anbietern und Nachfragern). In einem Treffen der CDM/JI -Initiative am Rande der Konferenz wurden neue Weichen für die kommende nächste Phase gestellt.

Freiwillige Klimaschutzbeiträge im Flugverkehr

Die Kompensationsanbieter und Projektentwickler „One Carbon“ und „atmosfair“ berichteten über die Erfahrungen aus dem Markt der freiwilligen Emissionszertifikate. Einzelpersonen und Unternehmen können durch einen freiwilligen Klimaschutzbeitrag beispielsweise die durch ihre Flüge verursachten Treibhausgasemissionen kompensieren. Im Jahr 2008 konnten so 105.000t CO2 durch Kompensationsprojekte des deutschen Anbieters atmosfair eingespart werden. Auf der Veranstaltung wurden folgende Fragen diskutiert: Wie hat sich der Markt für freiwillige Klimaschutzbeiträge entwickelt? Welche Standards existieren und was bedeutet Best Practice bei der Kompensation von Flügen? Welche Auswirkungen wird die Einbindung des Flugverkehrs in den Emissionshandel ab 2012 auf den Markt der freiwilligen Kompensation haben?

    Reges Interesse am Side-Event der DEHSt zu Joint Implementation

    Trotz später Stunde war das Side-Event der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt mit dem Titel „Perspectives and Potential of JI beyond 2012“ gut besucht. Auf der Veranstaltung präsentierte die DEHSt die vorläufigen Ergebnisse einer Studie zum Potential für weitere JI-Projekte in Deutschland. Vor allem Effizienzmaßnahmen in Gebäuden verfügen demnach über ein hohes Einsparpotential. Ein viel versprechender Ansatz im Verkehrssektor ist die Verbesserung der Infrastruktur für Fahrradfahrer, um so das Auto vor allem für Wege von bis zu fünf Kilometern durch das Fahrrad zu ersetzen. Erfahrungen aus der Praxis eines Projektentwicklers präsentierte die EWE AG, Oldenburg, ein regionaler Energieversorger aus Norddeutschland. Die EWE will ihre Kunden zu Einsparungen beim Erdgasverbrauch motivieren, indem sie durch die Einnahmen aus dem Verkauf von Emissionsgutschriften zusätzliche finanzielle Anreize schafft. Die DEHSt hat das Projekt bereits befürwortet, und EWE wird in Kürze die Zustimmung beantragen.

    Die nachfolgende Diskussion konzentrierte sich vor allem darauf, ob in der Europäischen Union (EU) zukünftig nationale Ausgleichsprojekte möglich sein werden. Da die Mehrzahl der deutschen Projekte auch von deutschen Investoren finanziert wird, entsprechen sie konzeptionell eher nationalen Ausgleichsprojekten als JI-Projekten. In der Emissionshandelsrichtlinie der EU für die dritte Handelsperiode (2013-2020) gibt es eine entsprechende Regelung (Artikel 24a), auf deren Grundlage derartige Projekte durchgeführt werden können. Damit wird es im Prinzip möglich, in EU-Ländern Marktmechanismen auch für Emissionsminderungen in den Sektoren einzusetzen, die nicht vom europäischen Emissionshandel erfasst sind.

    Weitere Informationen

    Vortrag atmosfair (PDF, 670 KB)

    Vortrag OneCarbon (PDF, 320 KB)

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