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Verbindung von Marktmechanismen und Klimafinanzierung in Afrika

(Photo: Solar Electric Light Fund / flickr / CC BY-NC-ND 2.0)
(Photo: Solar Electric Light Fund / flickr / CC BY-NC-ND 2.0)

In den internationalen Klimaverhandlungen wird derzeit das Regelwerk für die Umsetzung der neuen Marktmechanismen verhandelt, die in Artikel 6 des Übereinkommens von Paris festgeschrieben sind. Die Weiterentwicklung des globalen Kohlenstoffmarkts ist auch für Afrika von besonderem Interesse: Insgesamt haben 36 afrikanische Staaten die Bepreisung von Treibhausgasemissionen und die Einführung von Marktmechanismen in ihre NDCs aufgenommen. Zugleich streben viele Staaten nach einem verbesserten Zugang zu den Mitteln des Green Climate Fund (GCF). Dieser Fonds schreitet in seiner Operationalisierung voran, konnte aber bisher nicht die Erwartungen an den Mittelabfluss erfüllen.

In den Verhandlungen zu den neuen Marktmechanismen und der ergebnisbasierten Klimafinanzierung gilt es sicherzustellen, dass die bisherigen Erfahrungen afrikanischer Staaten mit dem Kohlenstoffmarkt berücksichtigt werden. Afrika konnte erst spät vom CDM profitieren und die unter großen Anstrengungen errungenen Fortschritte und Kapazitäten in der Projektentwicklung, -durchführung und -finanzierung liegen nun zum Teil brach, so lange noch nicht über die Rolle des CDM unter dem Übereinkommen von Paris entschieden wurde. Dabei sind die CDM-Methodiken bisher auch die einzigen UNFCCC-Standards zur Berechnung von Minderungswirkungen, die als Grundlage in der ergebnisorientierten Klimafinanzierung genutzt werden können.

Vor diesem Hintergrund fördert das BMU im Rahmen seiner Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) eine Initiative von Perspectives in Zusammenarbeit mit Climate Focus, AERA, Carbon Africa, Afrique Energie Environnement und South South North. In Zusammenarbeit mit den drei Partnerländern Äthiopien, Uganda und Senegal werden in diesem Projekt replizierbare Klimafinanzierungsmodelle pilotiert, die zu den NDCs der jeweiligen Länder beitragen sollen. Die Partnerländer haben ambitionierte klimapolitische Ziele formuliert und bereits Programme, insbesondere im Bereich der Energieeffizienz und erneuerbaren Energien, mit Leuchtturmwirkung umgesetzt oder initiiert. Dies ermöglicht ihnen auch, eine bedeutende Rolle in den klimapolitischen Verhandlungen zu spielen. In allen Ländern arbeitet das Projekt mit Regierungen und dem Privatsektor zusammen, um Klimafinanzierunganträge zu formulieren, die das Potenzial existierender Klimaschutzpolitiken und -Aktivitäten der Gastgeberländer hebeln. So werden Maßnahmen umgesetzt, die bedeutende Nachhaltigkeitsbeiträge für lokale Gemeinschaften leisten, etwa im Bereich der ländlichen Elektrifizierung.

Im Rahmen des Projektes werden neuartige Klimafinanzierungsanträge erarbeitet, die Ressourcen für die Skalierung bestehender Pilotaktivitäten mobilisieren. Hierbei werden CDM-Elemente genutzt (etwa MRV-Methodiken und gegebenenfalls Zertifikate) und auf Klimafinanzierungsvorhaben angewandt, etwa um Minderungswirkungen transparent nachzuweisen. Die hierbei gemachten Erfahrungen sollen auch in die multilateralen Klimaverhandlungen einfließen. Der Erfolg und die nachhaltige Umsetzung der Klimafinanzierungsanträge sowie deren politische Verankerung werden durch flankierende Maßnahmen zur Kapazitätsentwicklung und durch enge Kooperation mit qualifizierten lokalen Partnern gewährleistet.

Das hierbei erworbene Wissen und die Erfahrungen bei der Erarbeitung neuartiger Klimafinanzierungsmodelle wird anschließend genutzt, um regionale Institutionen und subregionale Akteure zu stärken, beispielsweise GCF-akkreditierte Organisationen oder Designated Operational Entities (Auditoren) unter dem CDM. Auch werden Methodiken und Konzepte entwickelt, die für künftige Klimafinanzierungsanträge genutzt und/oder regional repliziert werden können. Begleitende policy briefs bereiten abstrakte Klimaverhandlungsprozesse für den afrikanischen Kontext auf und tragen so zur innerafrikanischen Meinungsbildung bei, während die Veröffentlichung von Handbüchern und Studien die erarbeiteten Erfahrungen einer breiten Nutzergemeinschaft und der Fachöffentlichkeit zur Verfügung stellen. So soll das Potenzial der Verbindung von Marktmechanismen und Klimafinanzierung in den Klimaverhandlungen und der öffentlichen Debatte gefördert werden. Gemeinsam sollen die Projektaktivitäten zu einem verbesserten Zugang zu Klimafinanzierung für afrikanische Staaten beitragen und somit die NDC-Umsetzung sowie eine erhöhte Resilienz gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels fördern.

Climate Finance Innovators Project

Umsetzung: Perspectives Climate Group

Weitere Beteiligte: Climate Focus, AERA Group, Carbon Africa Limited, Afrique Energie Environnement (AEE) & South South North

Laufzeit: 2018 - 2021

Kontakt: Stephan Hoch, hoch@perspectives.cc

Weitere Informationen: Climate Finance Innovators