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Erfahrungen nutzen, den Übergang gestalten: Vom CDM zu neuen Marktmechanismen

A dragline sccops coal in a mine
(Photo: picture alliance/africamediaonline)

Hintergrund

Angesichts der Notwendigkeit, einen Scheitelpunkt der globalen Treibhausgasemissionen noch in diesem Jahrzehnt zu erreichen, wurde auf der Klimakonferenz in Durban im Dezember 2011 zum einen die Einführung eines Neuen Marktmechanismus (NMM) beschlossen, zum anderen die Entwicklung eines Rahmenwerks für verschiedene Mechanismen (Framework for Various Approaches, FVA) initiiert. Sie sollen dazu beitragen, dass Emissionsminderungen in einem größeren Umfang (scaling up) als bisher im CDM erreicht und damit letztlich Sektoren mit ihren Minderungspotenzialen im Ganzen erfasst werden. Auch soll mit diesen neuen Instrumenten – anders als beim CDM - ein Nettominderungseffekt erreicht werden. Da die genaue Ausgestaltung des NMM und des FVA – mittlerweile als Elemente unter Artikel 6 des Paris Agreement,- noch aussteht, stellt sich die Frage, wie die Übergangsperiode zur Umsetzung des neuen Klimaschutzabkommens für die Marktmechanismen nutzbringend gestaltet werden kann und welche Synergien zwischen diesen verschiedenen Entwicklungen hergestellt und Zielkonflikte vermieden werden könnten. Daher führte die Perspectives GmbH zusammen mit adelphi GmbH im Auftrag des BMUB und des UBA drei Forschungsprojekte durch, die sich der Bearbeitung dieser und weiterer Fragen widmeten.

Vorgehen und Ergebnisse

Das erste Forschungsvorhaben widmete sich der Frage, wie bestehende Elemente des CDM für die Durchführung von Klimaschutzmaßnahmen unter neuen Marktmechanismen genutzt werden könnten. Das Projektteam erstellte hierfür zunächst eine Übersicht über bestehende und zukünftige Marktmechanismen und arbeitete Gemeinsamkeiten und Unterschiede heraus. Elemente des CDM wie der Nachweis der Zusätzlichkeit und die Festlegung einer Baseline wurden auf ihre Anwendbarkeit in hypothetischen Pilotaktivitäten eines zukünftigen Marktmechanismus getestet. Hierfür wurden einzelne Sektoren in bestimmten Ländern ausgewählt, in denen die Durchführung von Pilotaktivitäten ein großes Potenzial für die Nutzung der CDM-Elemente verspricht. Anhand der Beispielländer zeigte das Projektteam auf, wie existierende CDM-Methoden zur Berechnung der Baseline-Emissionen und zum Monitoring von CDM-Projekten im Rahmen neuer Marktmechanismen genutzt werden können und wo weiterhin Erweiterungsbedarf besteht. Die Ergebnisse der drei Fallstudien zeigten, unter welchen Bedingungen Elemente bereits existierender CDM-Methoden effizient und effektiv auch im Rahmen eines neuen Marktmechanismus anwendbar wären und wo diese standardisierten Parameter weiter ergänzt werden müssten.
In einem zweiten Vorhaben erarbeitete die Perspectives GmbH Übergangsszenarien vom CDM zu neuen Marktmechanismen und nationalen Emissionshandelssystemen und testete diese anschließend auf ihre Anwendbarkeit. Auf Basis der unterschiedlichen Anforderungen an die Implementierung der einzelnen Mechanismen wurden in fünf Kategorien unterschiedliche Entwicklungspfade erarbeitet, die einen Übergang vom CDM zu zukünftigen Marktmechanismen ermöglichen sollen, um anschließend den Weg für die Einführung nationaler Instrumente wie Emission Trading Schemes (ETS) und unilateraler NAMAs frei zu machen. Mit diesen Entwicklungspfaden wurden länderspezifische Strategien für einen Übergang vom CDM zu neuen Marktmechanismen für 10 Länder erarbeitet, welche – je nach nationalen Bedingungen – unterschiedlich ausgestaltet sein können.
Das dritte Forschungsvorhaben erarbeitete Grundlagen für eine Ausweitung des CDM auf ganze Sektoren. Ein solcher „sektoraler CDM“ könnte als Brücke zu möglichen neuen Marktmechanismen dienen. Hierfür analysierte das Projektteam zunächst die Diskussionen und Entwicklungen zu sektoralen Ansätzen in bestehenden und zukünftigen UNFCCC-Mechanismen. Auf Grundlage der hierbei gewonnenen Daten konnte das Projektteam zum einen die Entwicklung sektoraler Ansätze im CDM nachzeichnen und zum anderen das Potenzial für sektorale Elemente in zukünftigen Marktmechanismen einordnen. Die Vielfalt an Ansätzen und Mechanismen deutete in Richtung einer hybriden Architektur, in der zentral gesteuerte Mechanismen wie der CDM und möglicherweise auch ein Neuer Marktmechanismus mit dezentralen Aktivitäten koexistieren werden. Um der Vielfalt an sektoralen Ansätzen und den jüngsten Entwicklungen Rechnung zu tragen, schlug das Projektteam eine überarbeitete Terminologie für sektorale Ansätze vor. Diese überarbeite Terminologie sollte die Einordnung bestehender sowie neuer Mechanismen und Konzepte erleichtern. Der verfeinerte Blick auf die Gemeinsamkeiten und spezifischen Unterschiede könnte zudem die Diskussionen über neue Marktmechanismen und über die Frage der Gestaltung des Übergangs vom CDM zu selbigen voranbringen.

Ausblick

Alle drei Vorhaben sind mittlerweile abgeschlossen und zentrale Ergebnisse wurden bereits bei verschiedenen Veranstaltungen mit anderen Experten und der interessierten Fachöffentlichkeit diskutiert. Die Forschungsergebnisse sollen dazu genutzt werden, die laufende Debatte zu neuen Marktmechanismen und zur Zukunft des CDM voranzutreiben.

Offizielle Projektbezeichnung

Möglichkeiten zur Nutzung von CDM-Elementen unter zukünftigen Marktmechanismen

Umsetzung

Perspectives GmbH

Weitere Beteiligte

adelphi

Laufzeit

2012 - 2013

Kontakt

Björn Dransfeld
Email: dransfeld@perspectives.cc