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Bewertung des Status quo von CDM-Projekten

Hintergrund

Nicht alle Projekte, die unter dem CDM initiiert werden, schaffen es bis zur Registrierung. Einige scheitern bereits in der Anfangsphase, während andere nicht in der Lage sind, die finanziellen, politischen, oder regulatorischen Anforderungen zu erfüllen. Dies kann am mangelnden Startkapital liegen, an der fehlenden Unterstützung des Gastgeberlandes oder aufgrund der Eigenheiten des CDM als komplexes Instrument, das häufigen Änderungen unterliegt.
Vor diesem Hintergrund ging das vom BMUB beauftragte Forschungsprojekt der Frage nach, was mit jenen CDM-Projekten geschah, denen die Aufnahme in den CDM-Zyklus nicht gelang oder die selbigen frühzeitig verlassen hatten.
Im Rahmen des Projekts sollte dokumentiert werden, welche Folgen aus dem Erliegen des Kohlenstoffmarktes resultieren. Dabei sollte insbesondere geklärt werden, ob und inwiefern bereits registrierte Projekte durch den Markteinbruch nicht mehr umgesetzt werden konnten. Die Analyse beschränkte sich nicht auf die Untersuchung einzelner Fälle, sondern hatte zum Ziel, statistisch signifikante Aussagen für den CDM als Ganzes treffen zu können. In einem zweiten Schritt sollte anschließend ausgearbeitet werden, inwiefern solche gestrandeten Projekte durch alternative Instrumente, also ohne den Kohlenstoffmarkt, weitergeführt werden könnten. Ziel war es, Optionen und Handlungsempfehlungen für die weitere internationale Zusammenarbeit zum Kohlenstoffmarkt aufzuzeigen.

Vorgehensweise

In seinem Vorgehen unterschied sich das Vorhaben in wesentlichen Punkten von bereits durchgeführten Analysen der CDM-Pipeline:

  1. Die Studie bezog sich ausschließlich auf die Phase nach der erfolgreichen Registrierung.
  2. Die Studie nahm eine wiederholte Befragung ausgewählter Projekte vor, um relevante Entwicklungen über einen längeren Zeitraum dokumentieren zu können.
  3. Die Datenerhebung erfolgte mithilfe von geschichteten Zufallsstichproben (stratified sampling) ausgewählter Projekte, die direkt kontaktiert und befragt werden. Zusätzlich wurden öffentlich verfügbare Projektdaten (zum Beispiel Projektdokumentation oder Datenbanken) ausgewertet.

Insgesamt konnte mit der Sampling-Methode die Auswahl auf 1.311 Projekte reduziert werden.

Ergebnisse

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass ein großer Bedarf an starker und gezielter Unterstützung zur Fortführung von CDM-Minderungsmaßnahmen besteht. In folgenden Bereichen könnte eine solche Unterstützung die größte Wirkung zeigen: Projekttypen mit leichter umzukehrenden Investitionen und begrenzten, nicht aus CERs stammenden Einnahmen oder Kostenersparnissen sind in den meisten Regionen einem erhöhtem Risiko der Einstellung ausgesetzt; andererseits zeigen die hohen Zahlen der Fortführung unter den kapitalintensiven Projekten, dass eine kurz- bzw. mittelfristige marktbasierte Finanzierung eine besonders hohe langfristige Wirkung für diese Projekttypen haben kann. Bis ein hohes Niveau internationaler Ambitionen zur Emissionsminderung wiederhergestellt ist, muss eine weitergehende Kooperation zwischen Marktteilnehmern der Nachfrageseite erfolgen, um die Marktbedingungen mittel- bis langfristig wesentlich zu verbessern und das Vertrauen bei potenziellen Projektentwicklern wiederherzustellen. Die gleiche Koalition aus Marktteilnehmern könnte auf die Anstrengungen bestehender Ankaufeinrichtungen aufbauen, diese replizieren und vergrößern, um gezielte, kurzfristige Unterstützung für spezifische Länder und Technologien bereitzustellen, darunter auch Technologien, die bisher noch nicht als wichtiges Ziel für die Unterstützung angesehen wurden; bspw. sind einige Projekttypen, die aufgrund ihres Erfolges in anderen Regionen als weniger unterstützungsbedürftig angesehen werden – wie Wind- und Wasserenergie – in Afrika trotz ihres großen Potenzials besonders erfolglos.
Internationale Unterstützung könnte ebenfalls auf die Fortführung und Ausweitung von Aktivitäten unter dem Dach bereits bestehender PoAs ausgerichtet werden. Die Vorgehensweise bei PoAs hat ihre Funktion bei der Projektentwicklung in unterrepräsentierten Regionen erfolgreich erfüllt, PoAs sind jedoch im Allgemeinen noch nicht so ausgereift, dass die Ziele des Ansatzes vollständig erreicht werden. Dies liegt größtenteils an der langsam voranschreitenden Einbeziehung von CPAs in PoAs; PoAs mit mehreren CPAs verzeichnen eine deutlich geringere Belastung in Bezug auf Transaktionskosten und eine höhere Belastbarkeit gegenüber niedrigen Marktpreisen. Da nun eine kritische Masse an PoAs in vielen Ländern existiert, könnte eine wirksamere Unterstützung bereitgestellt werden, indem gezielt das Minderungspotenzial unter diesen „Dach-PoAs” gefördert und der Schaffung neuer PoAs lediglich zweithöchste Priorität eingeräumt wird.

Offizielle Projektbezeichnung

Analysing the status quo of CDM projects

Umsetzung

NewClimate Institute

Weitere Beteiligte

Ecofys Germany GmbH

Laufzeit

2013 - 2015

Kontakt

Carsten Warnecke
Email: c.warnecke@newclimate.org

Weiterführende Informationen

Analysing the status quo of CDM projects