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Neue Studien zu Carbon Pricing

Internationale Koordination und mögliche Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit

Photo by Sam Bark on Unsplash
Photo by Sam Bark on Unsplash

November 2019 – Die Bepreisung von Treibhausgasen nimmt weltweit zu. Ein immer größerer Anteil der globalen Treibhausgasemissionen ist über die letzten Jahre mit einem Preis versehen worden und es werden immer mehr marktbasierte Instrumente geplant, entwickelt und eingeführt, sowohl auf nationaler wie auch auf sub-nationaler Ebene.

Während diese Entwicklung grundsätzlich zu begrüßen ist, so hat sie auch Fragen hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Volkswirtschaften aufgeworfen. Politische Entscheidungsträger, die die Einführung von Carbon Pricing-Instrumenten erwägen, sind besorgt über die möglichen Auswirkungen des CO2-Preises auf die Wettbewerbsfähigkeit. Vor diesem Hintergrund wertet das Paper “Carbon pricing and competitiveness: Are they at odds?” empirische ex-post Analysen aus, die die Auswirkungen der CO2-Bepreisung auf die Wettbewerbsfähigkeit von Strom- und Industriesektoren in OECD- und G20-Ländern untersuchen. Die AutorInnen des Papers kommen zu dem Schluss, dass die Untersuchungen keine Belege für die befürchteten kurzfristigen negativen Auswirkungen von Carbon Pricing auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Sektoren liefern, zumindest noch nicht. Diese Ergebnisse sind jedoch unter Anderem dadurch zu erklären, dass bei CO2-Steuern das Preisniveau bisher niedrig war und Ausnahmeregelungen für die Industrie galten, während Unternehmen, die von einem Emissionshandelssystem erfasst sind, von einer großzügigen kostenlosen Zuteilung von Zertifikaten profitierten.     

Eine weitere Frage, die durch die Verbreitung von Carbon Pricing Systemen aufgeworfen wurde, bezieht sich auf die Notwendigkeit, diese Politiken durch internationale Kooperation zu koordinieren. Der Trend hin zu mehr Carbon Pricing hat zu einer großen Vielfalt bei der Ausgestaltung der Mechanismen geführt. Diese könnte sich in der Folge als hinderlich bei der Verknüpfung der Systeme erweisen und die zur Verfügung stehenden Klimaschutzpotenziale verringern. Das Paper “Improving Economic Efficiency and Climate Mitigation Outcomes through International Co-ordination on Carbon Pricing” präsentiert die möglichen Vorteile und Herausforderungen einer verstärkten internationalen Koordination der CO2-Bepreisung und skizziert verschiedene Typen und Ebenen der Kooperation, die den nationalen und subnationalen Regierungen zur Verfügung stehen. Das Paper kommt zu dem Schluss, dass Regierungen durch eine verstärkte Koordination auf unterschiedlichen Ebenen ein „Netz an Carbon Pricing Systemen“ aufbauen können. Dieses Netz kann die Umsetzung von NDCs unterstützen und zu einer Steigerung von Klimaschutz und Ambition führen.

Carbon Market Platform

Beide OECD Working Papers wurden im Rahmen der Carbon Market Platform erarbeitet.