Skip to main navigation Skip to main content

CPLC-Konferenz zu Carbon Pricing

Konferenzteilnehmer diskutieren Stand der Forschung zur CO2-Bepreisung und tauschen Erfahrungen aus

(Photo: Wuppertal Institute)
(Photo: Wuppertal Institute)

März 2019 - Mit dem Ziel, die Forschung mit Politik und Umsetzung zu verknüpfen, fand am 14. Und 15 Februar 2019 die weltweit erste Fachtagung zu Carbon Pricing in Neu-Delhi, Indien statt. Das zweitägige CPLC-Event, das von der Weltbankgruppe veranstaltet wurde, brachte Wissenschaftler, Praktiker, politische Entscheidungsträger sowie andere Wirtschaftsvertreter zusammen, um die Herausforderungen bei der Einführung und Umsetzung von Carbon Pricing und marktbasierten Instrumenten zu diskutieren.

Rund 25% der globalen Emissionen werden bald von Carbon Pricing erfasst sein. Hierdurch ergibt sich eine gesteigerte Notwendigkeit, wissenschaftliche Ergebnisse zur Wirksamkeit von Carbon Pricing zusammenzutragen. Mit dem Ziel, öffentliche und privatwirtschaftliche Entscheidungsträger besser über die Möglichkeiten von Carbon Pricing zu informieren, kamen 30 Forscherinnen und Forscher aus der ganzen Welt zusammen, um ihre Studien über die Bepreisung von CO2 vorzustellen. Die Studien wurden von einem internationalen wissenschaftlichen Komitee ausgewählt, dem Akademiker, Forscher und politische Entscheidungsträger angehören. Die Forschungsergebnisse wurden in einzelnen Sitzung zu sechs zentralen Themenfeldern präsentiert: (1) Aus Erfahrungen lernen, (2) Carbon Pricing Design, (3) Methoden und Konzepte, (4) Politische Ökonomie, (5) Dekarbonisierung der Wirtschaft und (6) Systemgrenzen und Übergänge.

Ergänzt wurden diese Schwerpunktsitzungen durch Plenumsrunden, in denen zentrale Themen rund um Carbon Pricing abgedeckt wurden, darunter die weltweit gemachten Erfahrung bei der Umsetzung von Instrumenten zur CO2-Bepreisung, Möglichkeiten zur Förderung von Carbon Pricing und Themen, die in der Forschung stärkere Berücksichtigung erfahren sollten. In einer dieser Sitzungen stand der Austausch zu Artikel 6 im Mittelpunkt, in der sich die Diskussionsteilnehmer mit den Ergebnissen der UNFCCC-Verhandlungen von Katowice sowie möglichen Zukunftsoptionen befassten. Die Diskussionsteilnehmer betonten die Tatsache, dass Artikel 6 – der marktbasierte und nicht-marktbasierte Ansätze umfasst – das einzige Themenfeld war, in dem die Fertigstellung eines Regelwerks auf die nächste Klimakonferenz vertagt wurde. Nathaniel Keohane vom Environmental Defence Fund hob hervor, dass im Allgemeinen ein erheblicher Fortschritt gelungen sei, einige Themen jedoch einer weitergehenden Erörterung bedürften. Er betonte, dass die Vermeidung der Doppelzählungen von Emissionsreduktionen aus ökologischer Sicht vorrangig zu betrachten sei und schlug die Bildung einer Koalition zum Erfahrungsaustausch zwischen jenen Ländern vor, die sich verstärkt mit Kohlenstoffmärkten befassen. Dirk Forrister von der International Emissions Trading Association (IETA) hob die Rolle privater Zertifizierungsstandards hervor, die im Rahmen der Pilotierung von Artikel 6 zur Anwendung kommen könnten. V.K. Duggal von der Asian Development Bank (ADB) betonte die Notwendigkeit der Länder, nationale Infrastrukturen zur Teilnahme an Artikel 6 aufzubauen. Dabei verwies er auf die Artikel 6-Unterstützungseinheit, die von der ADB in Katowice ins Leben gerufen worden war und die Beratungsunterstützung für Länder anbieten wird. Abdelrahman M. Al-Gwaiz vom Ministerium für Energie, Industrie und Mineralischen Ressource, Saudi Arabien, wies auf die Bedeutung hin, die unterschiedliche Metriken bei der Festlegung von ITMOs für die an der Kooperation beteiligten Länder spielten. Er betonte zudem, dass die Zukunft bestehender CDM-Projekte ein zentrales Thema sei, das auf der nächsten Klimakonferenz bearbeitet werden müsse.

Die CPLC Research Conference on Carbon Pricing brachte diese unterschiedlichen Perspektiven zu Carbon Pricing und Kohlenstoffmärkten auf einer gemeinsamen Plattform zusammen. Die Konferenz ermöglichte den Austausch von Erfahrungen, Wissen und Forschungsergebnissen zur Wirkung von Carbon Pricing-Instrumenten und deren Nutzung unter dem Übereinkommen von Paris und trug somit zu den Zielen eines gemeinsamen Verständnisses und zur Förderung der Zusammenarbeit bei.

Weitere Informationen

Eine detaillierte Analyse der Konferenz ist unter der Titel Enhancing Scientific Exchange - Reflections on the first CPLC Research Conference in CMR 01|2019 Where Next for Carbon Markets? erschienen.