Skip to main navigation Skip to main content

Die zukünftige Rolle des Kohlenstoffmarkts

Side Event diskutiert Perspektiven von Artikel 6 und Verhältnis zu nationalen Politiken

Singapore Skyline by Bernard Spragg. NZ / flickr / CC0 1.0

Juli 2018 – Unter dem Titel “Emerging Carbon Market Approaches in Light of NDC Implementation” organisierte die GIZ Indien am 12. Juli ein Side Event im Rahmen der Asia Pacific Climate Week 2018, die vom 11. bis 13. Juli 2018 in Singapur stattfand. Die mit Unterstützung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) durchgeführte Veranstaltung diskutierte die neuen Ansätze für den Kohlenstoffmarkt, die derzeit in Anbetracht des Pariser Abkommens und seiner Verknüpfung mit nationalen Politiken entstehen.

Der Moderator der Veranstaltung, Herr Kundan Burnwal von der GIZ Indien, stellte zunächst die Schlüsselkomponenten von Artikel 6 vor, darunter kooperative Ansätze (CAs), international transferierte Minderungssergebnisse (ITMOs) sowie der Mechanismus für Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung (MSDM). Er hob dabei hervor, dass mehr als 100 Staaten, die das Pariser Abkommen unterzeichnet haben, Marktmechanismen und andere Carbon Pricing Ansätze nutzen möchten, um ihre national festgelegten Klimaschutzbeiträge (NDCs) umzusetzen. Darunter befinden sich 19 Nationen aus dem asiatisch-pazifischen Raum. Indien hat sich in seinem NDC zum Ziel gesetzt, die Emissionsintensität des BIP bis 2030 um 33-35 Prozent zu senken. Bei dessen Erreichung sollen Marktmechanismen eine entscheidende Rolle spielen.

Herr Thomas Forth (BMU) stellte den Stand der Verhandlungen zu Artikel 6 vor und welche Erwartungen an diesen gestellt werden. Er erwähnte, dass der derzeitige Text lediglich als Grundlage für weitere Verhandlungen denn als Rechtstext diene. Deshalb sei es wichtig, Prioritäten zu setzen. Zu den Prioritäten zählten unter anderem die Vermeidung von double counting mithilfe eines Tracking- und Registrierungssystems, die Überwindung einer auf dem CDM beruhenden Denkweise sowie die Förderung von Governance und Nachhaltige Entwicklung. Er betonte ferner die Notwendigkeit einer stärkeren Standardisierung und Verringerung der Komplexität im Vergleich zum CDM. Hinsichtlich des Zeitplans wies Thomas Forth darauf hin, dass nach der Verabschiedung des Pariser Rulebook drei weitere Jahre notwendig seien, um solide Marktbedingungen zu schaffen.

Herr VK Duggal von der Asian Development Bank (ADB) erläuterte zunächst die Bedeutung der drei ADB Treuhandfonds sowie deren Bemühungen, Artikel 6 zu entschlüsseln. Ein Beispiel hierfür sei die Arbeit der ADB am Japan Fund for the Joint Crediting Mechanism (JFJCM), einem 2014 gegründeten und von der ADB verwalteten Single-Donor Treuhandfonds. Dieser ziele darauf ab, finanzielle Anreize für die Anwendung fortgeschrittener emissionsarmer Technologien in von der ADB finanzierten und verwalteten Projekten zu schaffen. Dabei betonte Herr Duggal die Relevanz des gemeinsamen Handelns der multilateralen Entwicklungsbanken in Anbetracht des Pariser Abkommens.

Herr Chandrashekhar Sinha von der Weltbank (WB) hob zunächst die Produkte und Dienstleistungen der Weltbank im Bereich Kohlenstoffmärkte und Carbon Pricing hervor. Anschließend stellte er die Asset Development Facility (ADF) der Weltbank vor. Indem ein Results Based Framework (RBF) Fenster der World Bank Group genutzt wird, können Klimaschutz- und Anpassungsleistungen im Rahmen der ADF monetarisiert werden. Hierbei betonte Herr Sinha die Bedeutung des Engagements der jeweiligen Länder bei der Entwicklung von Mitigation Outcomes (MOs) und skizzierte einen Prozess zur Erzielung von MOs, den die WB unterstützen könnte. Der Zeitrahmen um eine solche ACF aufzubauen beträgt laut des Experten 3 Jahre, d.h. bis Ende 2021.

Dr. Axel Michaelowa von Perspectives sprach über Umweltintegrität und Zusätzlichkeit von Artikel 6 des Pariser Abkommens und dessen Verbindungen zur nationalen Politiken. In seinem Vortrag stellte er die folgenden Frage in den Mittelpunkt:  Warum ist eine Zusätzlichkeitsprüfung unter Artikel 6 erforderlich? Wann ist ein politisches Instrument zusätzlich? Welche Ansätze gibt es für die Bestimmung der Zusätzlichkeit von Politiken. Herr Michaelowa kam zu dem Schluss, dass die Frage nach der Zusätzlichkeit unter Artikel 6 von den politischen Entscheidungsträgern angegangen werden muss und dass NDCs hot air erzeugen können, wodurch die eine Überprüfung der Zusätzlichkeit von Politikinstrumenten an Bedeutung gewinne. Aus seiner Sicht sind Pilotaktivitäten erforderlich, um einen Machbarkeitsnachweis und folglich die Prüfung der Zusätzlichkeit sorgfältig entwickeln zu können.

Das Side Events kam zu dem abschließenden Ergebnis, dass Kohlenstoffmärkte im Rahmen des Pariser Abkommens an Bedeutung gewinnen. Sie werden nicht nur eine zentrale Rolle bei der Unterstützung der beteiligten Länder zur Umsetzung ihrer Klimaschutzziele spielen, sondern auch zur Ambitionssteigerung ihrer NDCs beitragen.