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Die Stiftung „Zukunft des Kohlenstoffmarktes“

Fishermen at night
(Photo: Siemens Pressebild/Siemens AG)

Ein Programme of Activities (PoA) ist ein Klimaschutzprogramm, das sich aus einer Vielzahl einzelner Klimaschutzmaßnahmen zusammensetzen kann. Dabei muss nur das übergreifende Programm die üblichen CDM-Genehmigungsverfahren durchlaufen, nicht jedoch die einzelnen Maßnahmen, die unter dem Dach des Programms stattfinden. Dem Programm können während der Projektlaufzeit zudem weitere Programmaktivitäten hinzugefügt werden. Durch diese Vereinfachung und die Kombination mehrerer Einzelmaßnahmen können insbesondere kleinere und geografisch stark verteilte Maßnahmen, z.B. Effizienzmaßnahmen und dezentrale erneuerbare Energien-Anlagen erreicht werden, die für sich genommen nicht groß genug wären, um die Transaktionskosten als einzelne Projekte unter dem CDM tragen zu können.

Die im Rahmen von PoAs umgesetzten Maßnahmen tragen häufig nicht nur zur Senkung von Emissionen bei, sondern gehen oft auch mit besonders starken Beiträgen für nachhaltige Entwicklung einher. Angesichts dieser Vorteile treibt das BMUB über eine Vielzahl unterschiedlicher Aktivitäten die Weiterentwicklung des programmatischen CDM voran. Auch wenn für den CDM und damit auch für dessen programmatischen Ansatz nur begrenzt Zukunftsperspektiven bestehen, bleibt das Konzept weiterhin von großem Interesse. Der Ansatz eignet sich auch für die Nutzung unter anderen Klimaschutzinstrumenten und ist damit für die internationale Klimafinanzierung und möglicherweise auch für die Entwicklung der internationalen Kooperationsmechanismen im Rahmen von Artikel 6 des Paris Agreement relevant.

Die Förderung von programmatischen Ansätzen steht auch im Mittelpunkt der Aktivitäten der Stiftung „Zukunft des Kohlenstoffmarktes”. Die Stiftung wurde ins Leben gerufen, um eines der zentralen Probleme von PoAs auf innovative Weise zu adressieren: den Mangel an Startkapital zur Entwicklung der Klimaschutzprogramme. Da die Zahlungen aus dem CDM erst nach der erfolgreichen Umsetzung der Aktivitäten eingehen, sind solche Programme für viele Akteure nur sehr schwierig zu realisieren. Angesichts dieser Herausforderungen stellt die Stiftung fehlendes Startkapital zur Verfügung. Ausgestattet wurde die Stiftung vom BMUB mit Geldmitteln in Höhe von 10 Millionen Euro. Nach erfolgreicher Umsetzung der geförderten PoA werden die geleisteten Vorauszahlungen aus den Einnahmen der Zertifikatsverkäufe zurückgezahlt. Das Stiftungskapital wird so wieder aufgefüllt. Alle von der Stiftung geförderten Programme müssen gewisse Voraussetzungen erfüllen, die unter den Förderrichtlinien aufgelistet sind. Zentral ist neben der Klimaschutzwirkung auch die Einbindung des Programmes in die Klimapolitik des Gastgeberlandes sowie deren Beitrag zu Nachhaltiger Entwicklung.

Im Jahr 2013 wählte die Stiftung ihre ersten Förderinitiativen aus. Darunter befanden sich auch Maßnahmen, mit denen die Entwicklung standardisierter Baselines in einigen Ländern Westafrikas vorangetrieben wurde. Einen weiteren Bewerbungsaufruf startete die Stiftung im Februar 2014. Somit konnten zahlreiche Programme unterstützt werden, wobei der maximale Förderbetrag pro Programm zwei Millionen Euro betrug. Aufgrund der nicht länger vorhandenen Marktperspektive hat sich die Stiftung im Frühjahr 2017 dazu entschlossen, ein Moratorium für die Förderung von CDM-Programmen auszusprechen; solche Maßnahmen können nicht länger gefördert werden. Die Stiftung setzt jedoch weiterhin auf das PoA-Konzept als solches und fördert konzeptionelle und methodische Arbeiten in diesem Bereich.

Die Stiftung „Zukunft des Kohlenstoffmarktes“

Auftragnehmer: Kommunalkredit Public Consulting

Laufzeit: 2011-2021 (voraussichtlich)

Weiterführende Informationen: www.carbonmarket-foundation.org

Kontakt: Martin Gauss, m.gauss@kommunalkredit.at