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Nitric Acid Climate Action Group

Derzeit finden unter dem CDM aufgrund der geringen Nachfrage nach Zertifikaten kaum noch Transaktionen statt. Angesichts der dauerhaft tiefen Preise für CERs werden nur wenige Anträge auf Ausstellung von Zertifikaten gestellt und auch die Projektregistrierung stagniert. Auch bereits registrierte Projekte sind von der Einstellung der Projektumsetzung bedroht. Dies wirft die Frage auf, wie die unter dem CDM angestoßene Klimaschutzaktivitäten auch in Zeiten geringer Nachfrage nach Klimaschutzzertifikaten fortgeführt werden können. Zu den von der Stilllegung bedrohten Projekten gehören auch Maßnahmen zur Minderung von Lachgasemissionen (N2O) in der Salpetersäureproduktion. Diese Emissionen können relativ einfach und kostengünstig reduziert werden. Salpetersäure ist in erster Linie ein Rohstoff für Stickstoffdünger. Lachgas wird bei der Salpetersäureproduktion als Nebenprodukt erzeugt und ohne jegliche Behandlung häufig an die Atmosphäre abgegeben. Es hat einen Treibhausgaseffekt, der 264 mal höher ist als der von CO2. In der Vergangenheit konnten mithilfe des CDM bereits große Teile dieser Emissionen vermieden werden. Durch den Einbruch der Preise besteht jedoch nun die Gefahr, dass die bereits verbaute Minderungstechnik nicht weiterbetrieben wird und die sehr günstigen Minderungspotenziale nicht länger realisiert werden.

Vor diesem Hintergrund rief das BMUB die „Nitric Acid Climate Action Group (NACAG)” Initiative ins Leben, die sich das ambitionierte Ziel gesetzt hat, die bei der Herstellung von Salpetersäure anfallenden Lachgasemissionen bis 2020 weltweit zu stoppen. Um die sektorale Transformation voranzutreiben, bietet NACAG Information und Beratung an. Partnerländer, die dazu bereit sind, diese kostengünstigen Potenziale nach 2020 in Eigenregie zu adressieren, können darüber hinaus auch finanzielle Unterstützung erhalten. So sollen Anreize zur Fortführung gefährdeter CDM-Projekte und die Initiierung neuer Maßnahmen geschaffen werden.

Interessierte Länder können ihr Interesse an der NACAG durch Unterzeichnung einer Beitrittserklärung bekunden. Die Initiative, die von der deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) umgesetzt wird, bietet ihren Partnern und Anlagenbetreibern Beratungsleistungen in regulatorischen Fragen und technische Unterstützung bei der Nutzung der zur Verfügung stehenden Minderungstechniken an. In einer Reihe von Ländern, die der NACAG beigetreten sind, hat bereits der Austausch auf Regierungsebene sowie mit lokalen Anlagenbetreibern begonnen. Dazu gehören Tunesien, Ägypten, Indien, Trinidad und Tobago. Partnerschaften mit weiteren Ländern sollen folgen, um somit die sektorale Transformation weltweit voranzutreiben.

Nitric Acid Climate Action Group

Umsetzung: Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH; Norwegian Carbon Credit Procurement Program

Laufzeit: seit 2015

Weiterführende Informationen: www.nitricacidaction.org

Kontakt: Thomas Forth, thomas.forth.extern@bmub.bund.de; Enrico Rubertus, Projektleiter, NACAG-Sekretariat enrico.rubertus@giz.de