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Strategien zur Kohlenstoffmarktentwicklung durch standardisierte Baselines in afrikanischen LDCs

Strategies for Carbon Market Development
(Photo: RWE)

Um die ländliche Elektrifizierung in Äthiopien zu unterstützen, beauftragte das BMUB die Perspectives Climate Change GmbH und UNEP Risø mit der Durchführung eines Forschungsprojekts mit dem Titel Strategies for carbon market development in African Least Developed Countries. Ziel dieses Projekts ist die Entwicklung von Strategien und praktischen Ansätzen, um am Ende durch eine verstärkte Teilnahme an Kohlenstoffmärkten nachhaltige Entwicklung in LDCs zu ermöglichen.

Standardisierte Baselines können zum Abbau von Hürden bei der Entwicklung von CDM-Projekten in LDCs beitragen. Derzeit muss jedes CDM-Projekt ein Business-as-usual-Szenario (Szenario mit unveränderten Rahmenbedingungen) entwickeln, das verdeutlicht, was sich ohne das besagte Projekt ereignen würde. Dieses Szenario dient als Baseline, auf deren Grundlage die Emissionsreduktionen berechnet werden. Bei Anwendung standardisierter Baselines ist dies nicht mehr erforderlich. Ein Land kann durch seine DNA eine standardisierte Baseline für einen bestimmten Sektor vorschlagen. Sobald diese genehmigt wurde, qualifiziert sich jedes Projekt unterhalb dieser Baseline für den CDM, wenn erwiesen ist, dass es ohne den CDM finanziell nicht durchführbar wäre.

Standardisierte Baselines helfen somit, Transaktionskosten zu reduzieren und die Rentabilität von kleineren Projekten und Projekten in ländlichen Gebieten sowie in schwach entwickelten Regionen zu verbessern, in denen Finanzmittel knapp sind. Außerdem erfordert die Entwicklung projektspezifischer Baselines in der Regel eine große Verwaltungskapazität. Die Anwendung einer standardisierten Baseline hingegen erfordert geringere administrative Kapazitäten. Die Konferenz der Vertragsparteien (COP, Conference of the Parties) der Klimarahmenkonvention 2010 in Cancún empfahl aus diesem Grund eine aktive Förderung von SBs, um Projekte in LDCs zu begünstigen und somit die regionale Verteilung von CDM-Projekten zu verbessern.

Eine standardisierte Baseline zur Elektrifizierung ländlicher Gebiete in Äthiopien

Um dies zu unterstützen, beauftragte das BMUB die Perspectives Climate Change GmbH und UNEP Risø mit der Durchführung eines Forschungsprojekts mit dem Titel Strategies for carbon market development in African Least Developed Countries. Ziel dieses Projekts ist die Entwicklung von Strategien und praktischen Ansätzen, um am Ende durch eine verstärkte Teilnahme an Kohlenstoffmärkten nachhaltige Entwicklung in LDCs zu ermöglichen.

Als Teil des Projekts wird eine Fallstudie zum Thema ländliche Elektrifizierung in Äthiopien durchgeführt. Zweck dieser Fallstudie ist die Ermittlung von Wissenslücken und die Entwicklung von Strategien zur Überwindung bestehender Hindernisse. Im Rahmen dieses Projekts wird ein Strategiepapier für die äthiopische DNA und andere Stakeholder verfasst, das Empfehlungen zur praktischen Anwendbarkeit von SBs im äthiopischen Sektor der ländlichen Elektrifizierung und zur erfolgreichen administrativen Umsetzung bereithält. Auf Grundlage dieser Erfahrungen wird ein Beratungstool entwickelt, das Unterstützung bei der Formulierung und Erstellung von SBs sowie der Einhaltung des vorgeschriebenen Datenmanagements leistet. Die aus der Fallstudie gewonnenen Erkenntnisse werden eingesetzt, um das Potenzial für die Übertragbarkeit des Projektes auf andere Sektoren, Länder und Regionen zu beurteilen.

Entwicklung eines Beratungstools in Zusammenarbeit mit äthiopischen Stakeholdern

In einem ersten Schritt ermittelten die Perspectives Climate Change GmbH und UNEP Risø die notwendigen Schritte für die Entwicklung einer standardisierten Baseline für die ländliche Elektrifizierung durch die Analyse entsprechender Literatur und den Austausch mit bedeutenden lokalen Institutionen. Im Rahmen einer Exkursion nach Äthiopien fanden Treffen mit diesen Stakeholdern statt. Die gesammelten Erfahrungen dienten als Grundlage für die Erstellung eines Strategiepapiers zur weitergehenden Förderung des Kapazitätsaufbaus innerhalb von Institutionen, die für die Entwicklung von SB-Projekten im Sektor ländliche Elektrifizierung relevant sind. Das Strategiepapier setzt die Untersuchung bestehender Prozesse und Finanzierungsquellen fort, die als Grundlage für den Kapazitätsaufbau genutzt werden können.

In einem zweiten Schritt nimmt das Projektteam den Dialog zum Thema Capacity Building mit einer breiteren Gruppe äthiopischer Stakeholder auf. Ein Workshop mit nationalen und regionalen Akteuren fand in der ersten Jahreshälfte 2013 statt. Der Workshop behandelte die im Strategiepapier ermittelten, zuvor erwähnten Prozesse einschließlich der Maßnahmen zur Verbesserung der regulatorischen Infrastruktur, der administrativen Prozesse und des Zugangs zu Finanzmitteln für die Implementierung.

Auf Grundlage der Erfahrungen der beteiligten Stakeholder wurde das Strategiepapier bestmöglich an die lokalen und regionalen Bedingungen angepasst. Das fertiggestellte Strategiepapier analysiert das Potenzial standardisierter Ansätze (Methoden, Baselines und Nachweis der Zusätzlichkeit) für ländliche Elektrifizierung in Äthiopien und gibt der äthiopischen DNA Empfehlungen für strategische Optionen zur Nutzung des Potenzials kürzlich genehmigter methodischer Innovationen.

Die nächste Programmphase umfasst vier Aufgaben (das heißt kurze analytische Studien oder eine entsprechende Kapazitätsentwicklung), in denen es in erster Linie um gezielte Maßnahmen geht, die als entscheidende Schritte identifiziert wurden, um potenzielle CDM-Projekte in Richtung Umsetzung zu bewegen. In diesen Studien, die in Zusammenarbeit mit Äthiopiens DNA erarbeitet wurden, geht es hauptsächlich um mangelnde Kenntnisse und Kapazitäten von Stakeholdern vor Ort. Mögliche Themen sind institutionelle Kapazitäten (zum Beispiel Angebote an wichtige Stakeholder zur Weiterbildung, wie die Koordinierung von PoAs/Unternehmensmanagement sowie Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung für SBs), Erhöhung der Anzahl an Erneuerbare-Energien-Projekten zur ländlichen Elektrifizierung sowie die Auswertung spezifischer Daten und Aspekte hinsichtlich Messung, Berichterstattung und Verifizierung von Emissionsreduktionen.

Schließlich wird ein Beratungstool entwickelt, das – auf Grundlage der in Äthiopien gewonnenen Erkenntnisse – die DNAs und Experten bei der Entwicklung und Umsetzung standardisierter CDM-Ansätze zur ländlichen Elektrifizierung in Ostafrika unterstützt. Das Tool ist nicht nur für die Anwendung im Sektor ländliche Elektrifizierung in Äthiopien geeignet, sondern kann auch in anderen Sektoren und Regionen angewendet werden, vor allem in Subsahara-Afrika.

Auftragnehmer

Perspectives Climate Change GmbH, UNEP Risø Centre

Laufzeit

2012–2015

Fördermittel

Das Projekt wird vom Deutschen Umweltbundesamt im Rahmen des Umweltforschungsplans gefördert.

Kontakt

Perspectives Climate Change GmbH
Stefan Wehner
E-Mail: wehner@perspectives.cc