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Förderung von Investitionen in kohlenstoffarme Technologien in Afrika

Die African Carbon Asset Development Facility (ACAD)

Cookstoves
(Photo: Dominic Nahr/Magnum Photos for UNEP)

Die African Carbon Asset Development Facility (ACAD) – eine vom BMUB geförderte Partnerschaft zwischen dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen und dessen Risø Centre und der Standard Bank – nahm seine Arbeit im Jahr 2009 auf, um die Hürden zu mindern, mit denen afrikanische Länder und insbesondere afrikanische LDCs beim Anwerben von Projekten und in ihrer Funktion als Gastgeberländer konfrontiert sind. ACAD unterstützt Banken und Investoren bei transaktionalen Aktivitäten zum Kapazitätsaufbau und stellt Projektentwicklern ein Startkapital zur Verfügung.

Die Schwierigkeiten, mit denen afrikanische Länder und insbesondere afrikanische LDCs konfrontiert sind, wenn sie CDM-Projekte für sich gewinnen und als Gastgeberländer fungieren wollen, sind nicht nur einem Mangel an institutioneller Kapazität geschuldet. Mangelnde Kapazitäten im Finanzsektor zur Abwicklung des CO2-Handels und zur Eintreibung von Verbindlichkeiten für CDM-Projekte bilden eine weitere Hürde, die ansonsten technisch und wirtschaftlich machbare Projekte hemmt. Diese Situation hat afrikanische Länder daran gehindert, kohlenstoffarme Technologien schneller einzusetzen und nationale umweltgerechte Wachstumsstrategien zu implementieren.

Vorbereitung des afrikanischen Finanzsektors auf Investitionen in den Klimaschutz
Die African Carbon Asset Development Facility (ACAD) – eine vom BMUB geförderte Partnerschaft zwischen dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen und dessen Risø Centre und der Standard Bank – nahm seine Arbeit im Jahr 2009 auf, um die beschriebenen Hürden zu mindern. ACAD unterstützt Banken und Investoren bei transaktionalen Aktivitäten zum Kapazitätsaufbau und stellt Projektentwicklern ein Startkapital zur Verfügung.

Während der Anfangsphase der Aktivität (2009–2012) unterstützte ACAD die Durchführung von 15 Demonstrationsprojekten und half beim Aufbau von Kapazitäten innerhalb der Standard Bank und anderer Finanzinstitute, um Projekte zur Investition in kohlenstoffarme Technologien umzusetzen. Beispiele für erfolgreiche ACAD-Projekte umfassen das erste unter dem CDM registrierte Windkraftgroßprojekt in Afrika sowie das erste registrierte Programme of Activities, das die Ersetzung von Kerosinlampen in Ruanda durch effiziente Lampen beinhaltete. Die von der ACAD geförderten Projekte, die über ein weitgestreutes Portfolio verschiedener Anlageformen verfügen, laufen in acht Ländern, ein Drittel davon in LDCs. Indem afrikanischen Banken mehr Anreize bei Klimafinanzierungsmechanismen gegeben wurden und einer Reihe gut umsetzbarer Demonstrationsprojekte zu einem positiven Abschluss verholfen wurde, unterstützt ACAD die Marktentwicklung und mobilisiert neue Investitionen.

 

Die drei Förderbereiche des ACAD

Das Besondere bei der Annäherung an den Markt und bei der Kapazitätsentwicklung des ACAD besteht darin, dass dessen Investitionen projektspezifisch, praktisch, flexibel und äußerst bedarfsorientiert sind. Die Aktivitäten des ACAD werden auf der Grundlage dreier Hauptbereiche organisiert, wobei der erste Bereich die Aufteilung der Transaktionskosten für Projekte zur Investition in kohlenstoffarme Technologien umfasst. ACAD fördert durch Zuschüsse Projekte, die nicht sofort gewinnbringend sind, um zu gewährleisten, dass diese Projekte entscheidende Meilensteine wie Umweltverträglichkeitsstudien und Projektvalidierungen durchlaufen können. Die Projektförderung gilt vor allem für bedarfsorientierte Projekte, die in LDCs durchgeführt werden und die gut umsetzbare Geschäftsmodelle aufweisen. Weitere Förderung erhalten von dem ACAD unterstützte Projekte zur Nachhaltigkeitsplanung, wobei ein verbesserter Zugang zu Investitionen im Vordergrund steht.

Der zweite Förderbereich widmet sich der technischen Unterstützung von Finanzinstituten. ACAD hat sich mit Akteuren des Finanzsektors vor Ort zusammengeschlossen, um sich verschiedener Aktivitäten zur Kapazitätsentwicklung anzunehmen: Umfassende technische Unterstützung, um den speziellen Bedürfnissen der Partnerinstitute zu entsprechen; Kapazitätsaufbau für afrikanische Banken im Bereich der CO2-Bilanzierung und der Erstellung von Treibhausgasinventaren; die Entwicklung von Machbarkeitsnachweisen für durch Vermögenswerte besicherte Klimafinanzierungsinstrumente im Bereich der Verbreitung von Kleintechnologien durch Mikrofinanzinstitute oder über Mikrofinanzierungen sowie sektorbezogene neue Marktmechanismen.

Der dritte Förderbereich umfasst den Kontakt und die Einbeziehung von Stakeholdern sowie die Entwicklung von Methoden. ACAD hat, um nur ein Beispiel zu nennen, die Annahme und Anwendung einer standardisierten Baseline für alle an das Elektrizitätsversorgungsnetz angebundenen Stromversorgungsunternehmen unterstützt, die unter dem Dach der Southern Africa Power Pool (SAPP) fungieren. Standardisierte Baselines ermöglichen die Berechnung typischer Emissionen für einen gesamten Sektor und nicht nur für einzelne Projekte, und unterstützen einen verbesserten Zugang zu Investitionen für den Klimaschutz in der Region. Dieser Förderbereich beinhaltet auch das African Bankers’ Carbon Forum, das ebenso von der ACAD initiiert wurde. Das Forum richtet sich an ein breites Spektrum an Institutionen, regionalen Entwicklungsbanken, Finanzinstituten des Privatsektors, Banken, Versicherungsunternehmen und Investmentfonds. Es ist der Mittelpunkt des ACAD- Bereichs zur technischen Unterstützung.

 

Kontinuierliche Förderung in einem sich verändernden Umfeld

Zu Beginn des Jahres 2013 ging ACAD in die zweite Umsetzungsphase über und setzte ihr erfolgreiches Partnerschaftsmodell mit zwei Projektentwicklern fort. Dieses Modell, in dem die Aufteilung der Transaktionskosten vereinbart worden war, hatte sich in den ersten Jahren ihrer Arbeit gut etabliert. ACAD arbeitet weiterhin sowohl mit afrikanischen Finanzinstituten zusammen, um deren Kenntnisse hinsichtlich der Finanzierungsinstrumente für kohlenstoffarme Technologien und zum Schutz des Klimas zu verbessern, als auch mit Unternehmern zur Erleichterung von Finanzierungen durch bereitgestelltes Startkapital in Form von Mikrokrediten oder Zuschüssen. Außerdem fördert die ACAD den Übergang eines PoA zu einer NAMA und arbeitet dabei eng mit öffentlichen und privaten Stakeholdern zusammen.

Im Gegensatz zur ersten Projektphase beabsichtigt ACAD auch, afrikanische Finanzinstitute auf die erwarteten neuen Marktmechanismen und auf andere erfolgsorientierte Finanzierungsmechanismen vorzubereiten, um neue Geschäftsmöglichkeiten zu nutzen und sich gegen die Risiken der zurzeit schwächelnden Kohlenstoffmärkte abzusichern.

Hinsichtlich des oben beschriebenen dritten Förderbereichs ist ein weiterer entscheidender Schritt in der zweiten Phase die Entwicklung einer standardisierten Baseline, die das Modell der Southern Africa Power Pool in ein anderes Untergebiet Afrikas, das West African Power Pool, überträgt. Die Arbeit wird derzeit unter dem Dach der Wirtschaftsgemeinschaft der westafrikanischen Staaten (ECO- WAS, Economic Community of West African States) fortgeführt, die 15 Nationen umfasst. Das Projekt soll im Juni 2014 abgeschlossen werden.

Durchführungsorganisation

Umweltprogramm der Vereinten Nationen

 

Weitere beteiligte Organisationen

Das UNEP Risø Centre on Energy, Climate and Sustainable Development
Standard Bank

 

Laufzeit

2009–2014

 

Fördermittel

Dieses Projekt ist Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI). Das Bundesministerium für Umwelt,
Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) förderte diese Initiative auf der Grundlage einer Entscheidung des Deutschen Bundestages.

Zusätzliche Informationen

www.acadfacility.org

Kontakt

UNEP
Françoise d’Estais
E-Mail: francoise.destais@unep.org
Dänemarks Technische Universität / UNEP Risø Centre
Søren Lütken
Email: snlu@dtu.dk