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Erschließung von Minderungspotenzial auf mehreren Ebenen

vertikal integrierte NAMAs

Waste
(Photo: GIZ/Zeller)

Der Kampf gegen den Klimawandel erfordert nicht nur in den Industrieländern verstärkte Maßnahmen, sondern auch in den Entwicklungsländern. Einige Regierungen in den Entwicklungsländern haben national angemessene Klimaschutzmaßnahmen, sogenannte NAMAs, vorgeschlagen, um diesbezüglich einen Beitrag zu leisten.

Ein Großteil der Treibhausgasemissionen entsteht in Großstädten. Behörden auf Provinz- und lokaler Ebene haben in einigen relevanten Sektoren wie Abfallwirtschaft, dem Bau- und Transportwesen entscheidende Regulierungsbefugnisse. Diese Akteure müssen auch an der Planung und Umsetzung der NAMAs beteiligt sein. Zurzeit herrscht jedoch hinsichtlich integrierter Ansätze noch ein Erfahrungsmangel auf zwei Ebenen. Es fehlen Erfahrungen, wie die Interessen dieser verschiedenen Regierungsebenen auf einen Nenner gebracht werden können. Außerdem fehlen entsprechende Instrumente, die für die
effektive Planung, Steuerung und Überwachung notwendig sind.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH hat mit der Förderung durch das BMUB das sogenannte Vertikal Integrierte NAMA(v-NAMA)-Programm gestartet, mit dem Ziel, einen praktischen Ansatz für die Einbeziehung verschiedener Regierungsebenen in den Gestaltungs- und Umsetzungsprozess von NAMAs zu entwickeln. Die Regierungen von Indonesien und Südafrika verfolgen beide ambitionierte nationale Klimastrategien und haben in dem Zusammenhang entschieden, den v-NAMA-Ansatz in der Praxis zu testen. Indonesien legt dabei den Schwerpunkt auf die Entwicklung einer v-NAMA im Bereich Entsorgung kommunaler fester Abfälle und Südafrika auf Energieeffizienz bei öffentlichen Gebäuden.

Einbeziehung verschiedener Regierungsebenen in die Planung und Umsetzung von NAMAs

Auf der Grundlage der Erfahrungen aus diesen beiden NAMAs wird das v-NAMA-Programm praktische Leitlinien für die Gestaltung und Umsetzung von v-NAMAs entwickeln. Diese sollen anschließend in bereits vorhandene Instrumente und Handbücher zur Entwicklung von NAMAs eingebunden werden. Die Erfahrungen aus diesem Ansatz sollen außerdem in den internationalen Verhandlungsprozess einfließen. Das Projekt fördert somit die Bemühungen, zukünftige NAMA-Mechanismen so zu gestalten, dass auch Emissionsminderungspotenziale, die der Zuständigkeit von subnationalen Behörden unterliegen, zunehmend erschlossen werden können. 

Umsetzung von v-NAMA-Pilotprogrammen

Als ersten Schritt haben beide Länder nationale Steuerungsstrukturen installiert, denen auch Vertreter der relevanten Ministerien und subnationale Akteure angehören. Projektteams aus Mitarbeitern der GIZ und lokalen Beratern haben in einem zweiten Schritt die größten Hindernisse für die Umsetzung ermittelt, das Minderungspotenzial geschätzt und mögliche Strategien und Maßnahmen erörtert, um die Hindernisse mithilfe lokaler Fachkräfte zu überwinden. Der dritte Schritt bestand in der Entwicklung eines Konzeptpapiers für jedes einzelne Pilotprogramm auf der Grundlage dieser Analyse. Das Konzeptpapier dient als Leitlinie für die gesamte Vorbereitungsphase der v-NAMA. Als vierter Schritt wurde ein Konsultationsprozess eingeleitet, der wichtige nationale und subnationale Akteure mit einbezog und in dessen Rahmen Stakeholder-Workshops zur Erleichterung des vertikalen Integrationsprozesses mit allen relevanten Regierungsebenen stattfanden.

Auf der Grundlage dieser unternommenen Schritte werden nun v-NAMA-Elemente entwickelt, einschließlich der Baseline, des Business-as-usual-Szenarios, der Minderungsoptionen, der Reduktionskosten, der positiven Nebeneffekte, der Risikobewertung, der Anreize, des Handlungsplans, des Capacity-building-Plans und des MRV-Systems. Parallel dazu werden zurzeit Umsetzungs- und Finanzierungsansätze erarbeitet, die auch nationale und internationale Ressourcen mit einbeziehen. 

Erfahrung für die Entwicklung anwendungsorientierter Leitlinien nutzen

Diese Schritte werden noch durch ein zweites Maßnahmenpaket verstärkt und untermauert, das die Entwicklung und Verbreitung von v-NAMA-Leitlinien zum Ziel hat. Das Projektteam erarbeitet diese Leitlinien auf Basis der in den Pilotmaßnahmen gewonnenen Erfahrungen. Die Leitlinien bestehen aus drei Säulen: Die erste Säule umfasst die Kapazitätsentwicklung und Ansätze zur Wissensvermittlung und -verbreitung wie Schulungen, Beratungsarbeit und verschiedene Lernangebote, während die zweite Säule die Verbreitung und Bekanntmachung des v-NAMA-Ansatzes im Rahmen nationaler und internationaler Veranstaltungen ausmacht. Die dritte Säule deckt das Wissensmanagement und die Erfahrungen ab, die in einem webbasierten Toolkit erfasst werden, sowie Empfehlungen für politische Entscheidungsträger. Die Ausarbeitung der vorgeschlagenen Leitlinien erfolgt parallel zu Diskussionen mit nationalen und subnationalen Entscheidungsträgern und Vertretern internationaler Technik- und Finanzinstitute.

Zwei Fragen von besonderer Relevanz im Zusammenhang mit v-NAMAs sind bereits aufgetreten: Wie gestaltet man ein attraktives Paket an Anreizen und Aufgaben, um Akteure auf subnationaler Ebene langfristig zur Umsetzung nationaler Klimaziele zu bewegen? Und wie gestaltet man einen praxisfähigen MRV-Mechanismus, der Maßnahmen auf lokaler Ebene erfasst und deren Bündelung auf nationaler Ebene ermöglicht?

Auftragnehmer

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Weitere beteiligte Organisationen
Nationale Behörde für Entwicklungsplanung (BAPPENAS), Indonesien
Umweltministerium (DEA), Südafrika

Laufzeit

2012–2015

Fördermittel

Das Projekt ist Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB).
Das BMUB fördert diese Initiative auf der Grundlage einer Entscheidung des Deutschen Bundestages.

Kontakt

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Axel Olearius
Email: axel.olearius@giz.de

Tobias Zeller
Email: tobias.zeller@giz.de