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Wächter der ökologischen Integrität des CDM

Man giving a talk in a rural hut
(Photo: Carbon Market Watch)

Viele CDM-Projekte werden hinsichtlich Nachhaltigkeit und Umweltintegrität kritisiert. Die Sozialverträglichkeit wird häufig infrage gestellt. Die Menschen, die in den Gastgeberländern direkt von den Projekten betroffen sind, haben jedoch oft keinen Einfluss darauf, wie Projekte umgesetzt werden, und haben keine Stimme in der internationalen Debatte.

CDM Watch wurde mit finanzieller Unterstützung des BMUB als Kontrollgremium ins Leben gerufen, das sein Augenmerk auf die Nebeneffekte des CDM richtet. Hinter CDM Watch steckte die Idee, die Befähigung von Teilen der Zivilgesellschaft in ausgewählten Gastgeberländern zu stärken, Einfluss auf die Durchführung von Projekten und auf die internationale Debatte über die Umgestaltung flexibler Mechanismen zu nehmen und es somit der Zivilgesellschaft zu ermöglichen, ihre Anliegen im nationalen sowie im internationalen Kontext zu äußern. Das Projekt trug somit zur Verbesserung des ökologischen und nachhaltigen Nutzens des CDM bei.

Die Stimme der Zivilgesellschaft stärken

Ein Schwerpunkt von CDM Watch ist die Unterstützung der Zivilgesellschaft im Globalen Süden. CDM Watch hat wiederholt unzulängliche Regulierungen und Praktiken aufgedeckt. Es wurden Workshops zum Kapazitätsaufbau organisiert, die sich an die Zivilgesellschaft in Indien, China, Brasilien, Südostasien und Mesoamerika richten.

CDM Watch unterstützte auch nationale Organisationen in den Gastgeberländern, um auf Herausforderungen bei lokalen Stakeholderkonsultationen vorbereitet zu sein. So half CDM Watch zum Beispiel einigen panamaischen Organisationen, die der Auffassung waren, dass sie während des Validierungsprozesses für das Wasserkraftprojekt Barro Blanco am Fluss Tabasara im Westen Panamas nicht beraten worden seien. CDM Watch verstärkte die Stimmen dieser Organisationen und äußerte seine Besorgnis hinsichtlich der unzulänglichen Vorschriften bei der Konsultation vor Ort und einer fragwürdigen Zusätzlichkeit. Das Thema Menschenrechtsverletzungen wurde im Zusammenhang mit einem Projekt in der Region Bajo Aguan in Honduras hervorgehoben.

Ein solides Regelwerk ist notwendig

Innerhalb der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen setzte sich CDM Watch für eine stärkere ökologische und soziale Integrität von UN-Ausgleichsprojekten ein. Es äußerte im Rahmen der wichtigsten Konferenzen der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen und des CDM-Exekutivrats seine Besorgnis hinsichtlich unzulänglicher Vorschriften und CDM-Projekten mit negativen Auswirkungen und gab Empfehlungen zur Verbesserung.

Insbesondere bei der Offenlegung sogenannter „perverser Anreize“ im Rahmen von Projekten zur Zerstörung von HFC-23 fand CDM Watch viel Gehör. Sie kritisierten, dass die beteiligten Unternehmen ihre Produktion des Kühlmittels H-FCKW ausweiteten, um die Produktion des unerwünschten und hoch klimarelevanten HFC-23-Gases zu erhöhen und somit ihre Gewinne aus den CERs zu maximieren, die eben durch die Zerstörung des besagten HFC- 23 erzielt wurden. Daraufhin fand eine gründliche Überprüfung der entsprechenden CDM-Methoden statt und die EU entschied sich, den Handel von CERs aus Industriegasprojekten im EU-Emissionshandelssystem zu untersagen.

Die Arbeit von CDM Watch führte auch zu einer Verbesserung der Vorschriften für die lokalen Stakeholderkonsultationen, steigerte die Relevanz der nachhaltigen Entwicklung im CDM und machte in diesem Kontext auf die Bedeutung von Menschenrechten aufmerksam. Weitere Kampagnen stellten CDM-Kohlekraftprojekte, -Forst- und andere Landnutzungsprojekte sowie Wasserkraftvorhaben in den Mittelpunkt.

Koordinierung eines Netzwerkes für die Zivilgesellschaft

Neben seiner Funktion als Interessen- und Kontrollgruppe gelang es CDM Watch, mehr als 800 Organisationen aus der Zivilgesellschaft in Entwicklungsländern durch das CDM Watch-Netzwerk zu verbinden. Das Netzwerk umfasst Umweltgruppen, Entwicklungsgruppen, lokale Bewegungen aus dem Globalen Süden und wissenschaftliche Einrichtungen.

Das Netzwerk bietet eine Plattform zum Austausch von Informationen über Entwicklungen in der CDM-Politik, macht auf Möglichkeiten für öffentliches Input im Rahmen des Projektvalidierungsprozesses aufmerksam und bietet gegenseitige Hilfe bei Fragen rund um den Konsultationsprozess für Stakeholder vor Ort. Mitglieder des Netzwerks tauschen ihre Erfahrungen aus und begegnen Herausforderungen bei der Durchführung von CDM-Projekten. Die Netzwerkliste wird von den Mitgliedern auch als Mittel genutzt, um von Netzwerkpartnern Informationen zu erfragen.

Von CDM Watch zu Carbon Market Watch

CDM Watch wurde als Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative des BMUB gefördert. Die eingesetzten Fördermittel halfen dabei, das Projekt anzukurbeln. Seitdem hat CDM Watch seine Aufmerksamkeit auf ein breiteres Spektrum an Kohlenstoffmarktinitiativen ausgeweitet. CDM Watch wurde im November 2012 als Carbon Market Watch neu gegründet und richtet seine Tätigkeit nun auch auf andere Initiativen wie neue Marktmechanismen, das EU-Emissionshandelssystem, Joint Implementation, Emissionshandel und REDD+. Carbon Market Watch führt seine Arbeit ohne finanzielle Unterstützung seitens der deutschen Regierung fort.

Auftragnehmer

CDM Watch

Laufzeit

2009–2011

Fördermittel

Dieses Projekt war Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI). Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) förderte diese Initiative auf der Grundlage einer Entscheidung des Deutschen Bundestages.

Zusätzliche Informationen

www.carbonmarketwatch.org

Kontakt

Carbon Market Watch

Eva Filzmoser

E-Mail: info@carbonmarketwatch.org