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Kapazitätsaufbau für den Emissionshandel zur Förderung der bilateralen Kooperation

Power plant
(Photo: UNFCCC/Dongmei)

Die Bildung eines globalen Kohlenstoffmarktes ist seit einigen Jahren ein langfristiges Ziel der Bundesregierung. Es gibt derzeit eine Reihe regionaler Emissionshandelssysteme; das erste und größte unter ihnen ist das EU-Emissionshandelssystem. Neuseeland und Kasachstan haben ebenfalls Emissionshandelssysteme auf nationaler Ebene eingeführt. Zusätzlich wurden einige subnationale Emissionshandelssysteme geschaffen. Zu diesen gehören die Regional Greenhouse Gas Initiative (RGGI) und Kaliforniens Emissionshandelssystem in den USA sowie das Cap-and-Trade-Programm der Regierung der Präfektur Tokio in Japan.

In jüngster Zeit haben einige Schwellenländer angekündigt, dass sie zur Vorbereitung von Emissionshandelssystemen bereit sind. In seinem zwölften Fünfjahresplan kündigte China die Einführung eines Pilotsystems für den Emissionshandel in sieben großen Wirtschaftsregionen an (einschließlich Beijing und Shanghai), von denen fünf bereits 2013 mit dem Handel begonnen haben. Auf Grundlage der gewonnenen Erfahrungen aus den Pilotsystemen plant China für die Zukunft die Etablierung eines landesweiten Emissionshandelssystems. Südkorea beabsichtigt, sein System 2015 einzuführen.

Die deutsche Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Entwicklung solcher nationalen Emissionshandelssysteme zu fördern. Aus diesem Grund unterstützt sie interessierte Länder beim Aufbau von Kapazitäten und beim Austausch von durch das EU-Emissionshandelssystem und dessen Einführung in Deutschland gewonnenen Erfahrungen, um somit dem Ziel eines globalen Kohlenstoffmarktes näherzukommen.

Werkzeuge für den Kapazitätsaufbau

Das BMUB hat das Beratungsunternehmen adelphi damit beauftragt, ein Capacity-building-Programm zu entwickeln und durchzuführen, das genau auf die Bedürfnisse von Fachkräften in Entwicklungs- und Schwellenländern zugeschnitten ist, die die Einführung eines Emissionshandelssystems vorbereiten. Ziel ist es, strukturierte Programme zum Aufbau von Kapazitäten so anzulegen, dass sie Partnerländern im Rahmen bilateraler Beratungsgespräche zur Verfügung gestellt und relativ kurzfristig organisiert werden können.

Experten schulen Experten

Ein Konsortium, bestehend aus adelphi, DIW Econ, FutureCamp, dem Öko-Institut und dem TÜV Süd (bis 2013), entwickelte gemeinsam mit den wichtigsten Institutionen in Deutschland wie der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) drei verschiedene Formate, um interessierten Ländern bei der Entwicklung eines Emissionshandelssystems zu helfen:

Im Rahmen des ersten Formats reisen Fachkräfte und politische Entscheidungsträger nach Deutschland und nehmen an ein- bis dreiwöchigen Schulungen teil. Die Schulungen umfassen detaillierte Präsentationen zur Funktionsweise des europäischen Emissionshandelssystems und dessen Umsetzung in der deutschen institutionellen Landschaft. Die Fachleute der DEHSt bekleiden in dieser Schulungsphase eine wichtige Rolle. Außerdem sind Schulungseinheiten und Diskussionen mit Vertretern von Unternehmen geplant, die dem EU-ETS unterliegen oder als Dienstleister in diesem Bereich aktiv sind.

Das zweite Format besteht aus einem Workshop, der vor Ort in den interessierten Ländern durchgeführt wird. Ein Beispiel dafür ist ein dreitägiger Fachworkshop mit einem anschließenden Präsentations- und Diskussionsforum, der 2013 in Chile stattfand.

Das dritte Format bietet eine eingehende Beratung bei spezifischen Fragestellungen. So unterstützte ein erfahrener Experte aus dem Konsortium die koreanische Arbeitsgruppe für Emissionshandelssysteme im Juli 2013 bei der Entwicklung des nationalen Allokationsplans.

Zur Unterstützung der dynamischen Entwicklung des Emissionshandels in China wurden zwei Schulungseinheiten für chinesische Fachkräfte organisiert. Anlässlich der ersten Schulungseinheit im April 2012 wurden drei hochrangige Fachleute zum Programm eingeladen. Im September fand eine zweite Schulungseinheit für zwei Forscher der China Shenzhen Emission Exchange (CERX) statt, dem offiziellen Marktplatz für den Emissionshandel im Stadtgebiet von Shenzhen. Shenzhen ist die erste Pilotregion in China, die Mitte 2013 ihr eigenes Emissionshandelssystem einführte. Auch für Fachleute aus anderen Ländern steht diese Initiative offen. Fachleute aus Kasachstan nahmen ebenfalls an Schulungen in Berlin teil.

Auftragnehmer

adelphi, DIW Econ, FutureCamp Climate GmbH, Öko-Institut e. V., TÜ V Süd (bis 2013)

Weitere beteiligte Unternehmen

Umweltbundesamt, Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt), Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Laufzeit

Erste Phase: 2011–2013; zweite Phase: 2013–2015

 

Fördermittel

Das Projekt wird aus dem Budget für Maßnahmen zur Förderung internationaler Kohlenstoffmärkte unterstützt, das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) zur Verfügung gestellt wird. Die beiden Aufenthalte der Fachleute aus China wurden mithilfe des Projekts Capacity Building for the Implementation of Emissions Trading Systems in China im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des BMUB unterstützt.

Kontakt

adelphi
Kristian Wilkening
E-Mail: wilkening@adelphi.de