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Analyse der aktuellen Entwicklungen im globalen Kohlenstoffmarkt

Flamme über einem Schornstein bei Nacht
(Photo: Chris Up/Photocase.com)

Die mit dem CDM gemachten Erfahrungen haben gezeigt, wie leistungsfähig ein projektbasierter Klimaschutzmechanismus sein kann. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Registrierung der Projekte gelang es, die für einen reibungslosen Ablauf nötigen Kapazitäten auf allen Ebenen aufzubauen. Den Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit erreichte der CDM im Jahr 2012, als binnen eines Jahres über 3200 Projekte registriert wurden. Dieser Höhepunkt markiert gleichzeitig auch eine Kehrtwende. Da die Europäische Union in ihrem Emissionshandelssystem – bisher die wichtigste Nachfragequelle für anrechenbare Zertifikate aus den flexiblen Mechanismen – das Kontingent für solche Zertifikate für die im Jahr 2013 beginnende Handelsperiode nicht angehoben hat, brach der Zertifikatspreis massiv ein. Zudem war lange Zeit nicht klar, ob und wie es mit marktbasiertem Klimaschutz in der internationalen Klimaschutzpolitik weitergehen würde. Mit dem Paris Agreement ist nun der Weg frei für eine weitere Nutzung internationaler Marktmechanismen. Unklar ist aber weiterhin, welche Rolle die bestehenden Mechanismen, insbesondere der CDM und die unter diesem Mechanismus registrierten Projekte, spielen werden.

Das BMUB fördert vor diesem Hintergrund das Projekt „Analyse der aktuellen Entwicklungen im globalen Kohlenstoffmarkt”, dessen Konsortium unter Leitung des NewClimate Institute aktuelle Entwicklungen im internationalen Kohlenstoffmarkt untersucht. Hauptziel des Projekts ist es, den derzeitigen Stand und das Potenzial bestehender und neuer Klimaschutzaktivitäten zu ermitteln, um auf dieser Grundlage Handlungsempfehlungen abzuleiten. Im Detail geht das Projektteam drei Stränge an Forschungsfragen nach: 

  • Wie groß ist das Risiko, dass bestehende CDM-Projekte ihre Minderungsaktivitäten nicht fortsetzen? Welche marktbasierten und nicht-marktbasierten Instrumente könnten genutzt werden, um die Fortführung sicherzustellen und welche Klimawirkung hätten diese Unterstützungsmaßnahmen? Zu diesen Fragen wurde bereits ein Bericht veröffentlicht, der hier verfügbar ist.

  • Wie groß ist das Potenzial für das Angebot an CERs bis 2020 auf Grundlage bestehender Projekte? Welche Unterschiede ergeben sich hinsichtlich des Potenzials bei Unterscheidung zwischen Projekten mit hohem und geringem Risiko der Nichtfortsetzung? Wie könnte sich dieses Potenzial angesichts unterschiedlicher Nachfrage-Szenarien verhalten? Das Projektteam hat hierzu bereits einen Bericht veröffentlicht, der hier verfügbar ist.
     
  • Welches Potenzial für neue marktfähige Minderungsaktivitäten besteht bis 2020, im Falle einer ausreichenden Marktnachfrage?  

Die Forschungsergebnisse sollen einen Beitrag für die internationalen Klimaverhandlungen zur Entwicklung marktbasierter Mechanismen leisten und mögliche Wege im Umgang mit bestehenden Projekten in der Übergangsphase bis zur Umsetzung des neuen Klimaregimes aufzeigen. Auf Basis der Ergebnisse werden auch Empfehlungen für die Ausgestaltung neuer marktbasierter Kooperationsinstrumente erarbeitet und die Implikationen im Umgang mit CDM-Projekten im Zeitraum nach 2020 aufgezeigt.

Analyse der aktuellen Entwicklungen im globalen Kohlenstoffmarkt

Umsetzung: NewClimate Institute gGmbH

Weitere Beteiligte: Öko-Insitut e.V.; Lambert Schneider (SEI Associate)

Laufzeit: 2015-2018

Kontakt: Thomas Day, t.day@newclimate.org