Skip to main navigation Skip to main content

Ruanda

Hocheffiziente LED-Technologie ersetzt alte Kerosinlampen

Boy with headlamp doing homework
(Photo: Nuruenergy.com/Adam Bacher)

Projektaktivität

Zugang zu elektrischer Energie ist eine Grundvoraussetzung für die Generierung wirtschaftlichen Wohlstands. Im Afrika südlich der Sahara verfügen jedoch lediglich 30,5% der Bevölkerung über einen Anschluss an das nationale Stromnetz. In ländlichen Gebieten ist die Situation besonders dramatisch, da hier der Grad der Elektrifizierung mit nur 14.3% noch geringer ist (vgl. www.worldenergyoutlook.org). Angesichts dieser Unterversorgung wird die Beleuchtung in ländlichen Gebieten häufig mit Kerosinlampen durchgeführt, deren Betrieb nicht nur mit hohen Kosten verbunden ist, sondern auch Schäden der Atemwege verursacht und umweltschädlich ist. Die veralteten Geräte sind zudem sehr unsicher und häufige Ursache von Bränden und Unfällen. Dennoch sind Kerosinlampen in Afrika südlich der Sahara weiterhin stark verbreitet und kommen in zahlreichen Haushalten Ruandas zum Einsatz.
 
Im Rahmen des "Nuru Lighting Project" verfolgen das Sozialunternehmen Nuru Lighting und der Projektentwickler Carbon Africa Ltd. das Ziel, betroffene Haushalte mit einer sicheren, gesundheitsverträglichen und umweltfreundlichen Alternative zur Beleuchtung mit Kerosinlampen zu versorgen, die kostengünstig und vielseitig einsetzbar ist. Hierfür entwickelte das Unternehmen Nuru Lighting mit Sitz in Ruanda ein modulares System, das den Einsatz von LED-Lampen in entlegenen Gegenden ohne Anbindung an das Stromnetz möglich macht. Dabei können die hocheffizienten, akkubetriebenen LED-Lampen an einem pedalbetriebenen Generator, dem PowerCycle, aufgeladen werden. Im Rahmen des Projekts wird diese Dienstleistung von Kleinunternehmer der Region angeboten, welche die Generatoren von dem Unternehmen kaufen oder pachten und auch für den Verkauf der LED-Lampen zuständig sind. Gegen eine geringe Gebühr können die Haushalte die Geräte bei diesen Kleinunternehmern aufladen lassen, so dass diese nach einer Ladezeit von ca. 20min wieder für bis zu 40 Stunden leuchten. Über die gesamte zehnjährigen Projektlaufzeit sollen über 1,2 Millionen LED Lampen verkauft werden, die von insgesamt rund 5.500 PowerCycles versorgt werden.

Bisherige Situation und zu erwartende Emissionsminderung

Um die im Rahmen eines CDM-Projekts erzielten Emissionseinsparungen zu ermitteln, müssen zunächst jene Emissionen berechnet werden, die anfielen, wenn das geplante Projekt nicht durchgeführt würde. Im Rahmen des "Nuru-Lighting" Projekts wurde für einen solchen Fall angenommen, dass Kerosinlampen, welche derzeit in über 90% der aller Haushalte Ruandas zu finden sind, weiterhin zu Beleuchtungszwecken verwendet würden. Zur Berechnung der CO2-Emissionen, die mit dem Betrieb dieser Lampen einherginge, wurden diverse Faktoren ermittelt, darunter die durchschnittliche Anzahl der Kerosinlampen pro Haushalt und ihre Betriebsstunden sowie der durchschnittlichen Kerosinverbrauch pro Haushalt.

Da die LED-Lampen mittels des pedalgetriebenen Generators aufgeladen werden, fallen bei der Projektdurchführung keinerlei Emissionen an. Somit können die gesamten Emissionen, die durch den Fortbetrieb der ersetzten Kerosinlampen anfielen, als Emissionseinsparungen angerechnet werden. Hierdurch können jährlich 64.642 tCO2 eingespart werden.

Vor Registrierung unter dem CDM müssen Projekte nachweisen, dass sie ohne den CDM nicht realisiert worden wären. Aufgrund seiner geringen Leistung (unter 5 MW), der Verwendung nicht-netzgebundener erneuerbarer Energien sowie der Tatsache, dass es in einem Least Developed Country (LDC) durchgeführt wird, erfüllt das "Nuru Lighting Project" die Kriterien eines Mikro-Projekts, wodurch es automatisch als zusätzlich eingestuft wird.

Überprüfung der Emissionsminderungen

Um zu überprüfen, ob das Projekt tatsächlich die erwarteten Emissionsminderungen erzielt, müssen diverse Faktoren überwacht werden. Hierfür sieht das "Nuru-Lighting" Projekt zum einen vor, dass die Daten der Kleinunternehmer festgehalten werden, welche die PowerCycle-Ladestationen betreiben und für den Verkauf der LED-Lampen zuständig sind. Somit kann die Anzahl der verkauften Lampen ermittelt und die Haushalte registriert werden, in denen die Lampen zum Einsatz kommen. Die einzelnen LED-Lampen sind mit Identifikationsnummern versehen, wodurch eine eindeutige Zuordnung ermöglicht wird.

Um sicherzustellen, dass die verkauften LED-Lampen weiterhin in Betrieb sind, werden zudem jährliche Stichproben in den betroffenen Haushalten durchgeführt. Die Auswahl der Haushalte erfolgt dabei nach einem mehrstufigen Zufallsverfahren und die Stichproben werden von unabhängigen Prüfern durchgeführt. Da die Lampen ausschließlich mit dem Nuru PowerCycle aufgeladen werden können, wird sichergestellt, dass diese nicht mit Strom aus dem nationalen Stromnetz geladen werden können, bei dessen Herstellung möglicherweise CO2-Emissionen entstanden sein könnten.

Stand der Projektumsetzung

Das Projekt wird derzeit von der TÜV Nord CERT GmbH validiert. Nach Abschluss der erfolgreichen Validierung kann das Projekt beim CDM-Exekutivrat registriert und mit der Umsetzung begonnen werden.

Projektart:

CDM Small Scale

Projektpartner:

Nuru Lighting

Kategorie:

Erneuerbare Energien

Projektstandort:

Ruanda

Projektlaufzeit:

10 Jahre (nicht erneurbar)
1.01.2012 – 31.12.2021

Erwartete Emissionsminderung:

64.642 tCO2/Jahr

Projektstatus:

in Validierung

Kontaktinformationen:

Glenn Stuart Hodes
UNEP Risoe Centre on Energy, Climate and Sustainable Development (URC)
Tel.: + 27-7955-99-663
E-Mail:  gsho@dtu.dk

Sloan Holzman
NURU Lighting
Director of Partnerships
Tel.: +254-7177-21-608
E-Mail: hsloan@nurulight.com