Skip to main navigation Skip to main content

Indien

Biomasse aus Reishülsen als erneuerbare Energiequelle

Men loading a lorry
(Photo: Land Rover Our Planet/flickr.com)

Projektaktivität

Bei der Reisproduktion fallen große Mengen an Biomasse an, Energiepotentiale, die bisher weitgehend ungenutzt bleiben. Mit über 300 Reismühlen und einer Jahresproduktion von ca. 9 Mio. t Reis gilt der indische Bundesstaat Punjab als Kornkammer Indiens und verfügt somit über enorme Biomassereserven. Um diese Biomasse sinnvoll zu nutzen, wurde in der Stadt Ludhiana im Bundesstaat Punjab eine Anlage errichtet, die mit Reishülsen betrieben wird. Die 3.5 MW starke Biomasseanlage soll den Strom für die Fabrik des indischen Garnherstellers Oswal Woolen Mills Limited (OWML) liefern, dessen Elektrizitätsbedarf bisher aus dem punjabischen Stromnetz gedeckt wurde. Zur Herstellung des Stroms wird die Reisspreu aus dem Umland zur Anlage transportiert. Aus einem Silo, das Biomassereserven für den Betrieb über drei Tage bereithält, gelangen die Reishülsen über Förderbänder zur Verbrennungsanlage. Der Betrieb der Anlage, deren Technologie aus Indien stammt, ist auf 25 Jahre bemessen. Somit wird sie auch noch nach der zehnjährigen Laufzeit des CDM-Projekts weiter betrieben werden.

Bisherige Situation und zu erwartende Emissionsminderung

Für die Berechnung der im Rahmen des Projekts erzielten CO2-Einsparungen werden die Projektemissionen den Emissionen gegenübergestellt, die ohne Projektdurchführung zu erwarten wären. Für den Fall, dass das Projekt nicht durchgeführt würde, kann davon ausgegangen werden, dass die Oswal-Baumwollfabrik ihren Strom weiterhin aus dem indischen Stromnetz beziehen würde, das durch einen hohen Kohleanteil sehr CO2-intensiv ist. Der Betrieb des Biomassekraftwerks ist hingegen CO2-neutral, da der Kohlenstoff mit der gleichen Rate in nachwachsenden Reispflanzen gebunden wird, in der Reis geerntet und Spreu verbrannt wird. Würde der jährlich in dem Biomasseanlage produzierte Strom hingegen aus dem staatlichen Stromnetz bezogen, entstünden bis zu 22.267 tCO2e, Emissionen, die durch den Betrieb der Biomasseanlage vermieden werden können.

Ohne den CDM hätte das Projekt nicht durchgeführt werden können, da unter anderem ausreichende staatliche Anreize zur Nutzung von Biomasseanlagen in der Textilindustrie fehlen. Potentielle Investoren werden zudem von den hohen Investitionskosten abgeschreckt und befürchten einen Kostenanstieg für Biomasse in der Zukunft, der das Projekt unrentabel machen würde. Dies ändert sich durch die Implementierung des Projekts unter dem CDM: Mögliche Schwankungen der Rohstoffpreise können durch die Erlöse aus dem Verkauf der erzielten Zertifikate ausgeglichen werden, so dass die Zukunft des Projekts auch unter erschwerten Umständen nicht gefährdet ist.

Überprüfung der Emissionsminderungen

Gemäß dem Regelwerk des Klimasekretariats der Vereinten Nationen müssen die Emissionseinsparungen eines Projektes nicht nur vor Projektdurchführung berechnet werden, sondern es bedarf auch einer Überprüfung der Emissionsminderungen während der gesamten Projektlaufzeit. Da das indische Biomasseprojekt als CDM-Kleinprojekte registriert wurde, kommt hier eine vereinfachte Überwachungsmethode zum Einsatz. Zwei separate Stromzähler halten die erzeugte und die verbrauchte Biomasseenergie fortwährend fest, während der Verbrauch an Reishülsen durch die Rechnungen an die Lieferanten und mit Messungen des Silostandes ermittelt wird. Die gesammelten Daten werden mit internen Kontrollsystemen überprüft und elektronisch dokumentiert.

Stand der Projektumsetzung

Das Projekt wurde im Dezember 2005 von dem CDM-Exekutivrat unter der Referenznummer 0118 registriert. Die ersten Emissionsreduktionszertifikate wurde im Oktober des darauf folgenden Jahres ausgestellt. Für den Zeitraum von 2006 bis 2009 wurden insgesamt 64.462 CERs ausgestellt. Die Ausschüttung von weiteren 42.905 CERs wurde im März 2012 genehmigt.

Projektart:

CDM Small Scale

Projektpartner:

Indien: Oswal Woolen Mills Limited (OWML)
Deutschland: KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau)

Kategorie:

Erneuerbare Energien

Projektstandort:

Ludhiana, Punjab, Indien

Projektlaufzeit:

10 Jahre (nicht verlängerbar)
10.12.2005 – 9.12. 2015

Erwartete Emissionsminderung:

22,267 tCO2e/Jahr

Projektstatus:

registriert, in Betrieb

Kontaktinformationen:

KfW Bankengruppe
KfW-Klimaschutzfonds
Palmengartenstr. 5-9
60325 Frankfurt
Fax: 069-74-31-47-75
E-Mail: klimaschutzfonds@kfw.de