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Honduras

Mehr Versorgungssicherheit durch Strom aus Wasserkraft

Group of people visiting a reservoir
(Photo: atmosfair)

Projektaktivität

Schwankungen der Stromspannung und Stromausfälle sind in den Stromnetzen der meisten Entwicklungsländer keine Seltenheit. Auch der honduranische Verwaltungsbezirk Intibucá mit der Haupstadt La Esperanza ist von einer solchen unsicheren Energieversorgung betroffen. Um die Versorgungslage zu verbessern und die bei der Stromerzeugung anfallenden Emissionen zu mindern, wurde am Fluss Intibucá nahe der honduranischen Pazifikküste ein Wasserkraftprojekt ins Leben gerufen, das von dem honduranischen Unternehmen Consorcio de Inversiones S.A. (CISA) durchgeführt wird. Das deutsche Unternehmen atmosfair gGmbH und der Community Development Carbon Fund der Weltbank unterstützen das Projekt durch die Abnahme der Kohlenstoffzertifikate (CERs), die im Rahmen des Projekts durch die Vermeidung von Treibhausgasen erzielt werden.

Unter Nutzung des starken Gefälles des Flusslaufs wurden drei hintereinander angeordnete Kraftwerke gebaut, die zusammengenommen über eine Ausgangsleistung von 12,8 MW verfügen. Um die starken Abflussschwankungen des Intibucá-Flusses auszugleichen, wurde ein früherer Damm saniert, sodass nun ein kleines Wasserreservoir zur Verfügung steht. Die Umweltbelastungen des Projekts sind aufgrund seiner geringen Größe und der günstigen natürlichen Gegebenheiten für die Nutzung von Wasserkraft sehr gering. Die Einspeisung des erzeugten Stroms erhöht den Anteil des klimafreundlichen Stroms im nationalen Stromnetz und trägt darüber hinaus zur Spannungsstabilisierung bei. Ergänzend wurden im Rahmen des Projekts Aufforstungs- und Infrastrukturmaßnahmen ergriffen, die zur nachhaltigen Entwicklung der Region beitragen sollen.

Bisherige Situation und zu erwartende Emissionsminderung

Um die Emissionseinsparungen eines CDM-Projekts zu beziffern, müssen die erwarteten Projektemissionen jenen Emissionen gegenübergestellt werden, die ohne Durchführung des Projekts anfallen würden. Für einen solchen Fall wurde die Fortführung der derzeitigen Situation angenommen. Diese ist dadurch gekennzeichnet, dass die Region mit Strom aus dem honduranischen Netz versorgt wird, der überwiegend mit Dieselgeneratoren erzeugt und mit hohen Übertragungsverlusten in die Region geleitet wird. Würde der im Rahmen des Projekts erzeugte Strom auf diese Weise gewonnen, ginge dies mit jährlichen Emissionen von 37.031 tCO2e einher. Da bei der Stromgewinnung durch Wasserkraft keine Emissionen anfallen, stellen diese 37.031 tCO2e zugleich die erwarteten jährlichen Emissionseinsparungen des Projekts dar.

Ohne den CDM hätte das Wasserkraftprojekt bei La Esperanza nicht durchgeführt werden können. Da der Zugang zu Krediten in Honduras für kleinere Unternehmen äußerst schwierig ist, hatte der Projektbetreiber CISA zunächst große Probleme, die Finanzierung des Vorhabens zu sichern. Die Planung als CDM-Projekt trug wesentlich dazu bei, die Investoren von der Kreditwürdigkeit des Vorhabens zu überzeugen, wobei die Erlöse aus dem Verkauf der Zertifikate die Erträge aus dem Stromverkauf ergänzen.

Überprüfung der Emissionsminderungen

Die Menge des in das nationale Netz eingespeisten Stroms wird während der gesamten Projektlaufzeit gemessen. Unter Berücksichtigung der CO2-Intensität des nationalen Stromnetzes können somit die tatsächlich erzielten Emissionsreduktionen ermittelt werden.

Stand der Projektumsetzung

Das Projekt wurde im August 2005 beim CDM-Exekutivrat registriert. Im Oktober des gleichen Jahres wurden bereits die ersten Emissionszertifikate ausgeschüttet. Damit gehört La Esperanza gemeinsam mit einem weiteren honduranischen Projekt zu den weltweit ersten CDM-Projekten, für die CERs ausgeschüttet wurden. Aufgrund seines positiven Beitrags zur nachhaltigen Entwicklung der Region und der günstigen Umweltbilanz konnte das Projekt im Jahr 2008 auf Bestreben von atmosfair mit dem Gold Standard Label ausgezeichnet werden, ein Qualitätssiegel für besonders nachhaltige CDM-Projekte.

Seit Projektbeginn wurden auf Grundlage von mittlerweile vier Prüfberichten für den Zeitraum Juni 2003 bis August 2009 insgesamt 103.000 Emissionszertifikate (CERs) ausgestellt. Auf seinem 62. Treffen im Juli 2011 genehmigte der CDM-Exekutivrat die Ausschüttung von weiteren 16.162 CERs. Die tatsächlich erzielten CO2-Einsparungen blieben somit deutlich hinter den erwarteten CO2-Minderungen zurück, was auch durch sehr geringe Niederschläge in dem Zeitraum bedingt ist. Nach Ende der ersten Crediting-Periode von sieben Jahren erzielte das Projekt insgesamt 119.625 CERs. Die Projektdurchführer erhielten die Genehmigung zur Verlängerung der Projektlaufzeit, sodass das Projekt am 23. März 2012 bis zum 31. Mai 2017 verlängert wurde. Für die zweite Crediting-Periode werden Emissionsreduktionen von jährlich 35.992 tCO2e erwartet.

Projektart:

CDM Small Scale

Projektpartner:

Honduras: Consorcio de Inversiones S.A. (CISA)
Deutschland: atmosfair gGmbH und BASF SE

Kategorie:

Erneuerbare Energien

Projektstandort:

La Esperanza, Intibucá, Honduras

Projektlaufzeit:

1. Periode: 7 Jahre (umgesetzt):
01.06.2003 – 31.05.2010

1. Periode: 7 Jahre (in Umsetzung):
01.06.2012 - 31.05.2017

Zertifizierte Emissionsminderungen:

Erste Periode: 119.625 tCO2e

Erwartete Emissionsminderungen:

2. Periode: 35.992 tCO2e/year

Projektstatus:

registriert, in Umsetzung

Kontaktinformationen:

Robert Müller
Atmosfair gGmbH
Zossener Straße 55-58
10961 Berlin
Tel.: 030-627355016
E-Mail: mueller@atmosfair.de

Markus Dimmler
BASF SE
Benckiserplatz 1
67056 Ludwigshafen
Deutschland
T +49 621 60-55372
F +49 621 60-54520
E-Mail:
markus.dimmler@basf.com