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China

Biogasgewinnung durch Nutzung des Schweinedungs in Hubei

Three workers
(Photo: The World Bank)

Projektaktivität

China ist derzeit das Land mit den weltweit höchsten Treibhausgasemissionen, von denen Schätzungen zufolge zwischen 14 und 20 Prozent in der landwirtschaftlichen Produktion verursacht werden. Zugleich lebt ein Großteil der von der Landwirtschaft abhängigen Bevölkerung Chinas nach wie vor in großer Armut. Der Clean Development Mechanism, welcher neben der Verringerung von Treibhausgasemissionen auch die Förderung der nachhaltigen Entwicklung in Entwicklungsländern zum Ziel hat, bietet sich als Instrument zur Bewältigung dieser beider Probleme an. Im Rahmen des CDM-Projektes „Hubei Eco-Farming Biogas Project Phase 1“ werden Biogasanlagen unterschiedlicher Größe in 33.000 vornehmlich ärmeren Haushalten der chinesischen Provinz Hubei installiert. Neben der Installation der Biogasanlage und des Gasbrenners zur Nutzung des Biogases werden die sanitären Anlagen und Küchen in den beteiligten Haushalten verbessert sowie die Schweinestallungen erneuert.

Das Projekt finanziert die Installation der Anlagen und stellt die notwendige Ausrüstung und Materialien bereit. Darüber hinaus werden Einweisungstrainings durchgeführt, bei denen die lokalen Techniker und Bauern mit der neuen Technik vertraut gemacht werden. Dabei werden Kenntnisse zu Konstruktion, Betrieb und Wartung von Biogasanlagen vermittelt und Anweisungen zur Nutzung von Biogasabfallstoffen sowie zur der Überwachung der Anlage gegeben. Es wird erwartet, dass die gesamten Anlagen jährlich über 12,17 Mio m3 an Biogas produzieren.

Bisherige Situation und zu erwartende Emissionsminderung

Derzeit stellt die Lagerung des bei der Tierhaltung entstehenden Dungs in Güllegruben die gängige Praxis in der Region dar. Dabei wird durch die Fermentation des Dungs Methan freigesetzt, das ein 21mal stärkeres Klimagas als Kohlendioxid ist. Das energetische Potential des Dungs bleibt ungenutzt und zum Kochen und Heizen müssen neben Holzkohle, Feuerholz und Stroh auch fossile Brennstoffe wie z.B. Kohle eingesetzt werden, bei deren Verbrennung abermals Treibhausgase emittiert werden. Da diese Praxis nicht nur stark verbreitet, sondern auch sehr kostengünstig ist, muss davon ausgegangen werden, dass sie bei Abwesenheit des Projekts so fortbestehen würde. Diese Situation stellt das sogenannte Referenzszenario dar.

Eine Durchführung des Projekts außerhalb des CDM ist äußerst unwahrscheinlich, denn obwohl das Projekt von der Weltbank und der chinesischen Regierung finanziell unterstützt wird, müssen weiterhin über 60% der notwendigen Finanzmittel von den Bauern selbst aufgebracht werden. Die Mehrzahl der Bauern in der Region verfügen jedoch lediglich über geringe Einkommen, wodurch auch der Zugang zu Krediten stark begrenzt ist. Dies ändert sich erst mit der Durchführung des Projekts unter dem CDM: Da ein großer Teil der Erlöse aus dem Zertifikateverkauf an die Bauern weitergeleitet wird, verfügen diese zukünftig über eine zusätzliche Einkommensquelle. Das in Zusammenarbeit mit der lokalen Kreditanstalt entwickelte Kreditbürgschaftssystem, bei dem die zu erwartenden Erlöse aus dem Zertifikateverkauf zur Rückzahlung des Kredits verwendet werden, ermöglicht schließlich die Aufnahme von Krediten und stellt die Projektbeteiligung der 33.000 Haushalte sicher.

Um die Emissionsminderungen zu berechnen, die in diesen Haushalten über die gesamte Projektlaufzeit erzielt werden, wurden die zwei Hauptemissionsquellen des Referenzszenarios herangezogen: So wurde zum einen berechnet, wie viel Methan bei Fortführung der herkömmlichen Schweinehaltung ausgestoßen würde, und zum anderen kalkuliert, welche Emissionen bei der bisher angewendete Kohleverbrennung anfallen. Diese Emissionen, welche sich jährlich auf 115.758 tCO2e belaufen, wurden den Emissionen gegenübergestellt, die bei Durchführung des Projektes zu erwarten sind (57.314 tCO2e/Jahr). Die Differenz dieser beiden Beträge beträgt 58.444 tCO2e, dies sind die Emissionen, die bei Durchführung des Biogasprojektes jährlich eingespart werden.

Überprüfung der Emissionsminderungen

Um sicherzustellen, dass diese Reduktionen über die gesamte Projektlaufzeit auch tatsächlich erzielt werden, ist eine Überwachung diverser Faktoren von Bedeutung, welche die Emissionsreduktionen beeinflussen können. So wird zum einen die Anzahl der in Betrieb befindlichen Biogasanlagen jährlich überprüft und mit der Anzahl der verkauften Biogaskocher abgeglichen. Die Betriebsstunden der Biogasanlagen sind ein weiterer bedeutender Indikator. Diese werden anhand der Ausfallzeiten erhoben, die durch die Entleerung der Anlagen und ihre erneute Inbetriebnahme entstehen. Diese Ausfallzeiten werden ebenso wie die Anzahl der Schweine pro Anlage sowie der Bestimmungsort des bei der Biogasproduktion erzeugten Schlammes anhand von Stichproben ermittelt.

Stand der Projektumsetzung

Mit Abschluss der Installation der Biogasanlagen wurde das Projekt im Juni 2008 von der chinesischen Regierung genehmigt und konnte am 19. Februar 2009 vom CDM-Exekutivrat registriert werden. Die aktuellen Treibhausgasreduktionen betragen laut Monitoringbericht vom 31. Dezember 2013, 56.749 tCO2e/Jahr. Das sind 2,9% weniger als ex-ante kalkuliert worden waren. Der Hauptgrund hierfür ist, dass manche Faulbehälter für das Biogas nicht in Betrieb genommen werden konnten, außerdem war die Schweinepopulation kleiner als erwartet.  Seit Beginn der Laufzeit wurde der Ausstoß von 273.982 tCO2e durch das Projekt verhindert. Die erwartete Gesamtreduktion der Treibhausgase beträgt, bis das Projekt am 18. Februar 2019 ausläuft, mehr als 500.000 tCO2e.

Projektart:

CDM Small Scale

Projektpartner:

China: Hubei Qingjiang Zhongye Company Ltd.
Deutschland: BASF SE

Kategorie:

Erneuerbare Energien

Projektstandort:

Provinz Hubei, Volksrepublik China

Projektlaufzeit:

10 Jahre (nicht verlängerbar)
19.02.2009 - 18.02.2019

Erwartete Emissionsminderung:

58.444 tCO2e/Jahr

Projektstatus:

registriert, in Umsetzung

Kontaktinformationen:

Markus Dimmler
BASF SE
Benckiserplatz 1
67056 Ludwigshafen
Deutschland
T +49 621 60-55372
F +49 621 60-54520
E-Mail:
markus.dimmler@basf.com