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Schafft sich der internationale Kohlenstoffmarkt ab?

Neue Studie untersucht Bedingungen für den Handel mit Minderungsleistungen in 2050

(Photo: Beyond Coal/flickr.com)

November 2016 – In der ökonomischen Theorie schafft sich der Kohlenstoffmarkt irgendwann selbst ab. Spätestens wenn alle Emissionen vermieden sind und weltweit nur noch klimafreundliche Technologien im Einsatz sind wäre dieser Punkt erreicht. Mit dem Pariser Übereinkommen haben sich die Staaten der Welt ein überaus ambitioniertes Klimaschutzziel gesetzt. Wenn es wirklich gelingen soll die globale Erwärmung wie vereinbart auf deutlich unter 2 °C zu begrenzen, muss eine Dekarbonisierung der globalen Wirtschaftssysteme unmittelbar eingeleitet werden. Es stellt sich die Frage, ob 2050 einerseits überhaupt noch genügend Minderungspotentiale vorhanden sind und andererseits regionale Unterschiede in den Minderungskosten existieren. Denn ohne diese beiden Voraussetzungen wäre der internationale Handel mit Minderungsleistungen, wie ihn das Paris Agreement in Artikel 6 eröffnet, kaum sinnvoll.

Um dieser Frage nach zu gehen werden eine Reihe von ambitionierten Klimaschutzszenarien und ergänzend einige sektorale Technologie-Roadmaps analysiert. Das Ergebnis ist eindeutig: Es ist nicht davon auszugehen, dass sich internationaler Kohlenstoffhandel bis 2050 überholt hat. Selbst unter den ambitioniertesten Szenarien bleiben weitere Minderungspotentiale. Ebenso wenig ist davon auszugehen, dass sich die Minderungskosten bis dahin weltweit vollständig angeglichen haben. Ob internationaler Handel im weltweiten Klimaschutz eine Rolle spielen wird ist deshalb keine physikalische oder ökonomische Frage, sondern letztlich eine politische.