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Offsetting für den internationalen Flugverkehr

Neue Studie entwickelt Empfehlungen für die Weiterentwicklung des ICAO-Mechanismus

(Photo: Naoya Fujii/flickr.com)

März 2016 - Während sich im Pariser Klimaschutzabkommen alle Staaten dazu verpflichtet haben ambitionierten Klimaschutz zu betreiben, wachsen die Emissionen des internationalen Flugverkehrs ungebremst weiter. Die internationale zivile Luftfahrorganisation der Vereinten Nationen (ICAO) hat sich das Ziel gesetzt, dass die Nettoemissionen des Sektors nach 2020 nicht weiter steigen. Dazu sollen eine Reihe von Maßnahmen ergriffen werden: die Steigerung der Effizienz der Abläufe am Boden, optimierte Flugrouten, der Einsatz von Biotreibstoffen sowie Effizienzsteigerungen in der globalen Flugzeugflotte. All diese Maßnahmen werden jedoch kaum ausreichen um das Wachstum des Sektors und somit auch das Wachstum der Emissionen zu bremsen.

Die ICAO hat deshalb beschlossen, einen globalen marktbasierten Mechanismus einzurichten. Mit Hilfe dieses Mechanismus sollen die Emissionen aus dem Flugverkehr durch zertifizierte Klimaschutzprojekte am Boden ausgeglichen werden (Offsetting). Im Herbst 2016 sollen auf der Generalversammlung der ICAO die entsprechenden Entscheidungen hierzu gefällt werden.

Ein neues JIKO Policy Brief fast den Stand der Debatte der ICAO Verhandlungen zusammen und entwickelt Empfehlungen für die Weiterentwicklung des ICAO-Mechanismus vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit marktbasierten Klimaschutzmechanismen unter der UNFCCC. Es zeigt auf, dass die Sorgen der Luftfahrtindustrie, es könnte zu wenig Angebot an CO2-Zertifikaten geben, unbegründet sind. Es macht deutlich, dass die Umweltintegrität für das Vertrauen in den Mechanismus kritisch ist. Außerdem zeigen die Erfahrungen mit Mechanismen wie dem CDM, dass ein effektives internationales Governance-System notwendig ist. Der Autor spricht deshalb die Empfehlung aus, dass sich die ICAO nicht vorschnell für ein bestimmtes Zertifizierungssystem entschließen solle, sondern stattdessen die internationalen Einheiten nutzt, die nun im Kontext des Pariser Klima-Abkommens entwickelt werden.