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Messung und Verifizierung von Emissionreduktionen im nationalen Emissionshandelssystem Chinas

(Photo: econetmonitor)

September 2016 -Die chinesische Regierung hat den Start eines chinaweiten Emissionshandelssystems (EHS) für 2017 angekündigt, wodurch laut der National Development and Reform Commission (NDRC) zahlreiche Industrieunternehmen zur Messung, Überwachung und Berichterstattung (MRV) ihrer Treibhausgasemissionen verpflichtet werden. Dementsprechend ist es für diese Unternehmen entscheidend, sich mit den Anforderungen der künftigen Berichterstattung im Rahmen des nationalen EHS vertraut zu machen.

Vor diesem Hintergrund lud die AHK Greater China Beijing im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) am 22. August knapp 30 Unternehmensvertreter und Experten zu einem Netzwerktreffen ein, bei dem mit zwei ausgewählten Referenten über die Berechnung und Kontrolle von Emissionen in Industrieunternehmen sowie das im chinesischen EHS vorgesehene System zur Überwachung, Berichterstattung und Prüfung (MRV) von Emissionen diskutiert wurde.

Tian Pin von Bureau Veritas informierte die Teilnehmenden über die grundsätzlichen Voraussetzungen zur Aufnahme von Unternehmen in das nationale EHS. Auch ausländische Unternehmen, die über hohe CO2-Emissionen verfügen und in besonders energieintensiven Sektoren verortet sind, werden in das nationale EHS mit eingeschlossen, wenn sie die festgelegten Kriterien erfüllen. Der Referent sprach des Weiteren Empfehlungen für Methoden und Schritte zur Emissionsberechnung aus: Um sich zielgerichtet auf das nationale EHS vorzubereiten, sollten Unternehmen auch auf die kürzlich erscheinenden offiziellen Schulungsunterlagen der NDRC zurückgreifen. Als zusätzliche Alternative für die anfängliche Erfassung von Emissionen bei der Herstellung eines Produkts und die Quantifizierung zu einem späteren Zeitpunkt verwies Tian Pin auch auf die weltweit anerkannten Standards PAS 2050 und ISO 14064.

Die zweite Referentin, Zhang Lixin vom China Quality Certification Center (CQC), gab einen Überblick über das im nationalen EHS vorgesehene MRV-System und verglich es mit bestehenden Systemen in der EU und den USA. Beim MRV der EU müssen Verifizierungsstellen spezielle Kriterien erfüllen, beispielsweise bei der Einrichtung eines angemessenen Qualitätsmanagementsystems oder von Mechanismen um Unabhängigkeit und Objektivität zu wahren. Auch China orientiere sich an diesen Voraussetzungen für die eigenen Verifizierungseinrichtungen. Die geforderte berufliche Qualifikation der chinesischen Prüfer sei darüber hinaus laut Zhang auch mit den entsprechenden Voraussetzungen des MRV-Systems im US-Bundesstaat Kalifornien vergleichbar.

In der anschließenden Diskussion standen das geplante MRV-System, die Verifizierungsorgane sowie der weitere Bedarf an Ausbildung und Kapazitätsentwicklung zur Vorbereitung auf das chinesische EHS im Vordergrund. Die Teilnehmer der Veranstaltung waren sich einig, dass neben der genauen Erhebung von Emissionsdaten auf Unternehmensebene insbesondere auch weitere institutionelle Vorbereitungen auf Seiten der Behörden entscheidend sind. In diesem Zusammenhang sollten sowohl Unternehmen als auch die zuständigen Behörden und externen Prüfungsinstitutionen noch besser qualifiziertes Personal ausbilden.

Weitere Informationen

In der Augustausgabe des Magazins Econet Monitor, das von den Umweltexperten der AHK Greater China in Beijing herausgegeben wird, ist eine ausführliche Dokumentation des Netzwerktreffens erschienen. Der Beitrag steht hier zum Download bereit.