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Marktmechanismen für Klimaschutz auf der Stadtebene haben großes Potenzial

Zwei Herren in Anzügen im Gespräch
(Photo: CTI)

Mai 2015 - Bereits zum 15. Mal trafen sich am 7. / 8. Mai über 70 Expertinnen und Experten aus 27 Ländern in Berlin zum Workshop der Climate Technology Initiative (CTI), um sich über die Relevanz von Marktmechanismen für Klimaschutz in Städten auszutauschen. Während des vom Deutschen Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) veranstalteten Workshops kamen Politikexperten, Entscheidungsträger, Wissenschaftler und Vertreter von Finanzinstitutionen zusammen, die sich mit Klimaschutz auf Stadtebene und Klimaschutzinstrumenten auseinandersetzen.

Das diesjährige CTI Workshop-Thema "Market Mechanisms for Climate Action at the Urban Level" brachte die Perspektive marktbasierter Klimaschutzinstrumente mit dem Anwendungsfeld Stadt zusammen. Neben einer integrierten Betrachtung von Städten wurden die Sektoren Gebäude, Verkehr und Abfall in den Blick genommen und die Frage gestellt, wie Marktmechanismen dort zur Anwendung kommen bzw. kommen können, um Emissionen effektiv und nachhaltig zu senken.

Eine zentrale Erkenntnis der Veranstaltung war, dass insbesondere Kohlenstoffmarktmechanismen für Klimaschutz in Städten relevant sein können, ihre umfassendere Anwendung aber zu einem großen Teil von den Ergebnissen der diesjährigen Klimakonferenz in Paris abhängt. Derzeit ist der geringe Preis von Emissionszertifikaten das größte Hindernis für einen großflächigeren Einsatz von Kohlenstoffmarktmechanismen, auch im Stadtkontext.

Großes Potenzial für integrierte Klimaschutzansätze in Städten

In der Paneldiskussion zum Auftakt des CTI Workshops diskutierten zwei Marktmechanismen-ExpertInnen mit zwei ExpertInnen aus dem Bereich Klimaschutz in Städten. Das Panel kam zu der Erkenntnis, dass mehr Autonomie und Kompetenzen für Städte notwendig seien, um Klimaschutzmaßnahmen unter Einbeziehung von Marktmechanismen umsetzen zu können. Die PanelteilnehmerInnen konstatierten außerdem ein großes Potenzial für integrierte Klimaschutzansätze in Städten, die Minderungs- und Anpassungsmaßnahmen kombinieren und sowohl mit anderen Stadtakteuren und -initiativen horizontal sowie mit nationalen Initiativen vertikal verzahnt sind. Neben der COP in Paris verwiesen sie auch auf die Relevanz der HABITAT III Konferenz in Quito 2016, von der ebenfalls erwartet wird, dass sie neue Impulse für den Klimaschutz in Städten setzen wird.

Co-Benefits von Klimaschutzmaßnahmen wesentlich

Nach dieser Auftaktsession folgte ein Themenblock, der sich mit verschiedenen Typen von marktbasierten Klimaschutzinstrumenten befasste. Nach der Vorstellung von Instrumenten wie dem Clean Development Mechanism (CDM), Emissionshandelssystemen auf Stadtebene oder Neuen Marktmechanismen diskutierten die ReferentInnen über die Relevanz solcher Instrumente für die Stadtebene. Sie hoben die besondere Rolle von Co-Benefits von Marktmechanismen auf Stadtebene hervor. So können etwa nicht-quantifizierbare Auswirkungen wie Lärmentlastung oder eine Verringerung der Verkehrsopfer stärkere Argumente für bestimmte Klimaschutzmaßnahmen im Verkehrssektor sein als die Emissionsminderungen alleine. Um diesen besonderen Anforderungen im Stadtkontext gerecht zu werden, müssen neue Methoden entwickelt und angewandt werden. Darüber hinaus müssen Measurement, Reporting and Verification (MRV) Standards mit den besonderen Anforderungen der Stadtebene harmonisiert werden. Schließlich wiesen die TeilnehmerInnen des Panels noch darauf hin, dass die Auswahl des konkreten Klimaschutzinstruments stets von den jeweiligen lokalen Gegebenheiten abhänge.

Anwendung von Marktmechanismen auf Stadtebene bisher gering - bestehende Herausforderungen

In der Session zu marktbasierten Mechanismen im Stadtkontext wurde deutlich, dass es auf Stadtebene bereits einige Initiativen für Klimaschutzstrategien gibt, die Anwendung von Marktmechanismen aber noch in den Anfängen steckt. Um dies zu ändern, wurden zahlreiche Programme initiiert, die sich der Anwendung von Marktmechanismen oder der Unterstützung von Städten beim Klimaschutz allgemein widmen. Diesen Programmen war die letzte Session des ersten Workshoptages gewidmet.

Am zweiten Tag des Workshops standen die Sektoren Gebäude, Verkehr und Abfall im Mittelpunkt. In den drei Sessions stellten die Referentinnen und Referenten Projekte, Programme und Initiativen vor, in denen Marktmechanismen im jeweiligen Sektor angewandt werden bzw. das Potenzial für eine solche Anwendung gegeben ist. In allen Sektoren wurde deutlich, dass das Sammeln von Daten, die Erstellung einer Baseline sowie das MRV von Emissionseinsparungen weiterhin zentrale Herausforderungen darstellen.

 

Vorträge Tag 1

Franzjosef Schafhausen - Germany's national climate policy and approaches for the carbon market (PDF, 500 KB)

Rafael Tuts - Cities as a Major Target for Climate Action (PDF, 1,1 MB)

Axel Michaelowa - The potential of market instruments at the city level (PDF, 881 KB)

Frank Wolke - The international climate negotiations before Paris (PDF, 410 KB)

Camille Serre - Emissions trading systems at the city level (PDF, 441 KB)

Perumal Arumugam - Market instruments on the road to Paris – success stories and challenges (PDF, 441 KB)

Ingo Puhl - Low Carbon City Lab - Unlocking the climate action potential of cities (PDF, 2,8 MB)

Alexandrina Platonova-Oquab - Lowering cities’ GHG emissions: Opportunities for new generation of crediting (PDF, 904 KB)

Andreas Nieters - Urban NAMA Costa Rica - Ciudades Compactas y Eco-Competitivas (PDF, 1,4 MB)

Jassada Sakulku - Thailand Partnership for Market Readiness (PDF, 1,8 MB)

Gofir Djamalov - Climate change mitigation actions in construction sector - Energy efficiency in Uzbekistan (PDF, 1,2 MB)

Vorträge Tag 2

Reitumetse Mololotsoane - The Energy Efficiency in Public Buildings V-NAMA and The Near-Term Priority Flagship Programmes (PDF, 689 KB)

Yana Mushkova - National Trust Ecofund (PDF, 1,1 MB)

Oleksander Tron - Experience of Ukraine in thermal modernization of residential buildings (PDF, 1,9 MB)

Telmo De la Cruz - TRANSPerú – Sustainable Urban Transport NAMA (PDF, 571 KB)

JC Florentino Marquez - Colombia TOD NAMA Urban mitigation via national wide initiatives (PDF, 2,4 MB)

SA Verma - Case Study of Transport Sector The Delhi Metro (PDF, 1,2 MB)

Stefan Bakker - Climate Action on Urban Transport (PDF, 1,9 MB)

Sandhi Eko Bramono - Vertically Integrated Municipal Solid Waste Nationally Appropriate Mitigation Actions (PDF, 1 MB)

Luong Quang Huy - Vietnam solid waste management: Developing crediting NAMA and employing market-based instruments (PDF, 822 KB)

Enrico Rubertus - Development and Management of Nationally Appropriate Mitigation Actions in India (PDF, 796 KB)