Skip to main navigation Skip to main content

Der sinnvolle Einsatz finanzieller Mittel

Policy Brief 02/2015

(Photo: KfW/Rüdiger Nehmzow)

Mai 2015 - Das Konzept der “Zusätzlichkeit” hat sehr unterschiedliche Bedeutungen, einerseits im Bereich der Klimafinanzierung und andererseits auf den internationalen Kohlenstoffmärkten, insbesondere beim CDM. Doch kann das Zusätzlichkeitskonzept des CDM für den Bereich der Klimafinanzierung nutzbar gemacht werden und dabei helfen, die Effizienz und Wirksamkeit finanzieller Unterstützung für Minderungsmaßnahmen in Entwicklungsländern zu erhöhen?Mit dieser Frage beschäftigt sich ein jüngst erschienenes JIKO Policy Brief.

Der CDM hat sich bislang als der erfolgreichste Mechanismus bei der Unterstützung von Minderungsmaßnahmen in Entwicklungsländern erwiesen. Eines seiner Kernkonzepte besteht darin, dass Maßnahmen ihre Zusätzlichkeit unter Beweis stellen müssen, d.h. dass sie Emissionsreduktionen über ein bestehendes Baseline-Szenario hinaus vorweisen, um die Umweltintegrität des Kyoto-Systems sicherzustellen.

Im Bereich der Klimafinanzierung hat der Begriff der “Zusätzlichkeit” eine gänzlich andere Bedeutung erfahren. Die Klimafinanzierung soll zusätzlich zu bereits bestehenden Quellen der (Entwicklungs-) Finanzierung. Somit bezieht sich die Zusätzlichkeit in diesem Zusammenhang nicht direkt auf finanzierbare Maßnahmen, sondern auf die Finanzierungsgeber. Beiden Konzepten ist gemeinsam, dass die Zusätzlichkeit ein Indikator für die Ernsthaftigkeit des Projektes ist, nämlich das Niveau der Finanzierung in letzterem Fall bzw. das Niveau der Emissionsreduktionen in ersterem.

Die Hoffnungen waren groß, dass das aus dem CDM bekannte Konzept der Zusätzlichkeit bei umfassenderer Anwendung auf den Bereich der Klimafinanzierung dazu beitragen kann, die Finanzierungskriterien zu vereinheitlichen. Ein neues JIKO Policy Brief untersucht daher die Anwendungsmöglichkeiten der Kriterien des CDM, um genau dies zu erreichen. Die Autoren deuten dabei auf offene Fragen hinsichtlich der Umweltintegrität und der effektiven Finanzmittelzuweisung hin und erörtern die potenziellen Grenzen des CDM-Zusätzlichkeitskonzepts in seiner aktuellen Form bei dessen Anwendung auf die Klimafinanzierung. Da die klare Zuweisung von Emissionsreduktionen nahezu unmöglich ist in einem System, das nicht über eindeutige Grenzen verfügt wie das Nullsummenspiel handelbarer Emissionsreduktionen in einer abgeschlossenen Umgebung (capped environment), sind die Aussichten begrenzt. Die Autoren geben Empfehlungen ab, wie die derzeitigen Ansätze im Hinblick auf die Zusätzlichkeit in diesem Zusammenhang angepasst werden könnten. Außerdem werfen sie eine Reihe von Fragen auf, deren Beantwortung helfen könnte, das Zusätzlichkeitskonzept des CDM weiter zu erörtern und zu verfeinern, damit es auf ein zukünftiges, globales Klimaregime besser anwendbar ist.