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Der Clean Development Mechanism

Ein Tool zur Finanzierung der kohlenstoffarmen Entwicklung Afrikas?

Oktober 2014 - Seit der Registrierung des ersten CDM-Projekts im Jahre 2004 hat sich der CDM dynamisch entwickelt: die CDM Pipeline umfasst aktuell 6.725 Projekte, die bis 2012 2,73 Mrd. Certified Emission Reductions (CERs) generieren. Diese CERs haben einen erheblichen Finanzstrom von Annex I zu nicht-Annex I-Ländern zur Folge. Ebenso resultieren aus CDM-Projekten Investitionen in kohlenstoffarme Technologien, ein beträchtlicher Teil davon fließt in den Energiesektor. Die installierte Gesamtleistung aller CDM-Projekte beläuft sich auf 288.944 MW.

Dennoch ist der CDM insbesondere in Afrika nur schwach vertreten. Dies trifft für Afrikas Anteil an der CDM Projekt-Pipeline (2,62%), deren Anteil an den bis 2012 generierten CERs (3,58%) und die Verteilung der CERs pro Kopf und Land zu. Zwei Hypothesen werden zur Erklärung dieses Phänomens diskutiert: Erstere besagt, dass der Kontinent zu geringe pro-Kopf-Emissionen und zu wenig Minderungspotentiale aufweist; die Zweite, dass Investoren schwache institutionelle Rahmenbedingungen in afrikanischen Ländern meiden.

Beide Hypothesen werden im vorliegenden Beitrag überprüft. Eine von den Autoren durchgeführte Studie über das Treibhausgasminderungspotenzial in 16 Sektoren von 11 ausgewählten Entwicklungsländern in Sub-Sahara Afrika zeigt ein theoretisches CDM-Gesamtpotenzial von 128,6 Millionen CERs pro Jahr. Eine detaillierte Barrierenanalyse bestätigt, dass die meisten Länder durch unterdurchschnittliche Investitionskonditionen behindert werden.

Zukünftige Unterstützungsmaßnahmen für CDM-Entwicklung in Afrika sollten sich deshalb nicht nur auf technische Unterstützung beschränken. Die Autoren schlussfolgern, dass ein integrierter Finanzierungsansatz, der den CDM als Kofinanzierungsmechanismus begreift, ein zentrales Moment zur Überwindung der institutionellen Herausforderungen sein kann.

Hinweis: Die Publikation stützt sich auf Daten und die politische Situation des Jahres 2012. Diese Publikation ist nur in englischer Sprache erhältlich.